Wer mit Maske Auto fährt, muss für die Polizei erkennbar bleiben

dzCoronavirus

Eigentlich gibt es kaum einen Grund, mit einer Alltagsmaske Auto zu fahren. Wer es aus medizinischen Gründen aber doch tut, muss für die Polizei erkennbar bleiben – sonst droht ein Bußgeld.

Kreis Unna

, 29.04.2020, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Raus aus dem Geschäft, rein ins Auto. Die Maske bleibt über Mund und Nase – schließlich hat man sich längst an das Gefühl gewöhnt. Wer das so macht, verstößt möglicherweise gegen die Straßenverkehrsordnung. Und das kann teuer werden.

Ein Tweet des Innenministeriums Nordrhein-Westfalen löste eine Diskussion darüber aus, ob das Tragen einer Alltagsmaske im Auto überhaupt sinnvoll und erlaubt ist. Über die Sinnhaftigkeit darf durchaus gestritten werden. Grundsätzlich verboten ist das Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung aber nicht.

Medizinische Gründe sind denkbar

Auf Nachfrage teilt eine Sprecherin des Innenministeriums mit: „Aufgrund der Lage rund um Corona kann es für Fahrzeugführer einen medizinischen Grund geben, der das Tragen einer Atemschutzmaske erforderlich macht.“ Allerdings gibt es auch in diesem Fall Regeln. Wer ein Kraftfahrzeug führt, darf sein Gesicht nicht so verhüllen oder verdecken, dass er nicht mehr erkennbar ist, heißt es in § 23 Absatz 4 der Straßenverkehrsordnung. Im Falle eines Verstoßes droht ein Bußgeld von 60 Euro.

Beamte müssen im Einzelfall entscheiden

Die Polizistinnen und Polizisten müssten vor Ort vom Einzelfall abhängig entscheiden, ob ein bußgeldbewehrter Verstoß vorliege. Der Schutz der Gesundheit habe oberste Priorität. „Gleichwohl können sich Anhaltspunkte ergeben, dass die Verdeckung des Gesichts durch eine Atemschutzmaske bewusst zur Verhüllung genutzt wird, um Ordnungswidrigkeiten zu begehen. Hier wird im Einzelfall genau hingeschaut“, erklärt die Sprecherin.

Radarfotos zeigen Fahrer mit Mundschutz

Vera Howanietz, Sprecherin der Kreispolizeibehörde Unna, teilt auf Nachfrage mit, dass es bisher zwar in Einzelfällen Radarfotos mit Mundschutz gebe, es sich dabei aber bisher nicht um eklatante Geschwindigkeitsverstöße gehandelt habe. Auch habe es bisher keine Hinweise darauf gegeben, dass die Maske nur zum Zwecke der Verdeckung getragen wurde.

Da der Gesundheitsschutz Vorrang habe, griffen Beamte bislang auch nicht aktiv ein. Howanietz: „Es werden keine Fahrerinnen oder Fahrer angehalten, die mit einem Mundschutz unterwegs sind. Es sei denn, es gibt einen anderen Grund einer Kontrolle oder Ahndung.“

Polizei hat weitere Entwicklung im Blick

Allerdings hat auch die Polizei im Kreis Unna die weitere Entwicklung im Blick. Sollte sich an der derzeitigen Situation etwas ändern, wird die Kreispolizeibehörde eine neue Bewertung vornehmen und entsprechend handeln.

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