Weniger Türsteher bei Lidl – Video löst Wirbel um Maskenpflicht aus

dzCoronavirus

Ein Holzwickeder prangert in einem Instagram-Video mutmaßliche Missstände bei der Zugangskontrolle am Lidl-Markt in seinem Heimatort an. Lidl weist die Vorwürfe zurück.

28.04.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer einkaufen will, muss in einigen Supermärkten und Discountern am Türsteher vorbei. Die Sicherheitsleute passen auf, dass die Kunden die jeweiligen Zugangsregeln beachten. Sie desinfizieren Einkaufswagen und fordern die Ankommenden auf, nicht ohne Karre in den Laden zu spazieren.

Beim Discounter Lidl gibt es nun eine Änderung. Zwar hält das Unternehmen an der Einkaufswagenpflicht fest, kürzt aber die Zeiten, in denen Sicherheitsleute anwesend sind. Am Lidl-Markt in Holzwickede ist der Türsteher neuerdings erst ab 10 Uhr anzutreffen. Gleiches ist auch an anderen Filialen zu beobachten. Der Hintergrund: Das Sicherheitspersonal wird nur noch in Stoßzeiten als nötig erachtet.

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Wer in Randzeiten einkauft und Wert auf einen desinfizierten Einkaufswagen legt, kann selbst auf Papiertücher und Desinfektionsmittel zurückgreifen, das an den Abstellplätzen an einer Servicestation verfügbar ist.

Das Zurückfahren des Sicherheitspersonals lässt sich auch damit erklären, dass die allermeisten Kunden mittlerweile mit den Abläufen vertraut sind. Die von mehreren Handelsketten eingeführte Einkaufswagenpflicht hat sich herumgesprochen. Diese dient in erster Linie dazu, den Kundenstrom zu regulieren. Für einen typischen Lidl-Markt mit 900 Quadratmetern Verkaufsfläche stehen rund 70 Einkaufswagen zur Verfügung.

Instagram-Video löst Diskussionen aus

Für Diskussionen in sozialen Netzwerken sorgt derweil ein Video des Holzwickeders Nils König. Er hat es bei Instagram veröffentlicht, nachdem er offenbar bei Lidl in seinem Heimatort einkaufen war. Er prangert darauf mutmaßliche Missstände bei der Zugangskontrolle an. Diese sollen sich am ersten Tag der Maskenpflicht, am Montag, zugetragen haben. „Riesentheater gerade im Lidl“, sagt der Holzwickeder in dem Video.

Ein Sicherheitsmann soll gebrauchte Masken an andere Personen weitergegeben haben. Das Video liefert dafür aber keinen sichtbaren Beleg. Im Lidl-Markt heißt es, es gebe keine Maskenausgabe an Kunden. Der Marktleiter wollte das Video am Dienstag zum Anlass für ein Gespräch mit der beauftragten Sicherheitsfirma nehmen.

König hält auf Nachfrage daran fest, dass ein Sicherheitsmann seine oder eine Maske mindestens zweimal weitergegeben habe. Dieser habe auch Kunden ohne Maske hineingelassen.

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Maskenpflicht gilt seit Montag

Nicht ausgeschlossen ist, dass der Sicherheitsmann einem Kunden oder einem Kollegen am ersten Tag der Maskenpflicht aushelfen wollte. Seit Montag müssen Kunden und Verkäufer in Geschäften und in öffentlichen Verkehrsmitteln Mund und Nase bedecken. Im Lidl-Markt heißt es, dass die Kunden sich daran hielten.

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