Weniger Fälle von Schwarzarbeit im Kreis Unna

dzJahresstatistik 2018

Kein Gewerbe angemeldet, ohne Sozialversicherung und die Steuer umgangen – Schwarzarbeit ist kein Kavaliersdelikt. Auch im Kreis Unna gibt es immer wieder Fälle. Die Zahlen jedoch sinken.

Kreis Unna

, 30.06.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Erst vor wenigen Tagen war es wieder so weit: Mit einer großen Razzia sind Zoll und Staatsanwaltschaft in Nordrhein-Westfalen gegen international organisierte Schwarzarbeit am Bau vorgegangen. Rund 300 Beamte waren im Einsatz und durchsuchten 25 Objekte in verschiedenen Städten – mit Erfolg. Drei Verdächtige wurden verhaftet. Sie sollen Aufträge von renommierten Bauunternehmen angenommen, ihre Arbeiter aber mit viel zu geringen Löhnen oder gar nicht bei den Sozialkassen angemeldet haben. Der bislang festgestellte Schaden liegt im einstelligen Millionenbereich.

Elf Fälle im Jahr 2018

Kein Gewerbe angemeldet, ohne Sozialversicherung und die Steuer umgangen – Schwarzarbeit ist kein Kavaliersdelikt. Auch im Kreis Unna werden immer wieder Fälle aufgedeckt – wenn auch nicht in diesem großen Maßstab und mit sinkender Tendenz. Das zeigt auch ein Blick auf die Jahresstatistik: So haben die Mitarbeiter der Abteilung Ordnungsangelegenheiten 2018 insgesamt elf Fälle bearbeitet. 2017 waren es noch 26, wie aus einer Mitteilung des Kreises Unna hervorgeht.

Schwarzarbeit-Zahlen im Kreis Unna

  • Insgesamt gab es im Kreis Unna im vergangenen Jahr 11 gemeldete Fälle von Schwarzarbeit.
  • Sie teilen sich wie folgt auf die Gemeinden auf: Bergkamen (2), Bönen (1), Fröndenberg (1), Holzwickede (1), Kamen (3), Schwerte (1), Selm (1) und Werne (1).

Erfreulich – doch nicht für die, die Bußgeldbescheide bekommen haben. Mit der Fallzahl sank im vergangenen Jahr aber auch die Summe der festgesetzten Bußgelder. Waren es 2017 noch 11.300 Euro festgesetzte Bußgelder, ist die Summe im Jahr 2018 auf 2300 Euro gesunken.

Die meisten Fälle von Schwarzarbeit gab es erneut im Bereich nicht ordnungsgemäß angemeldeter Handwerkertätigkeiten – sogenannte unberechtigte Handwerksausübungen.

Mehr Personal für den Zoll

Wer tapeziert und streicht, Badezimmer renoviert oder Böden verlegt, dabei aber kein Gewerbe angemeldet hat und Geld für die Arbeit nimmt, müsse grundsätzlich damit rechnen, in den Blickpunkt von Kontrollen zu geraten, heißt es vom Kreis Unna. Dabei arbeiteten die Kontrolleure mit anderen Behörden wie der Handwerkskammer oder der Kreishandwerkerschaft zusammen. Es würden aber auch Hinweise aus der Bevölkerung entgegengenommen.

Dass illegale Beschäftigung und Schwarzarbeit verstärkt bekämpft wird, hat sich auch die Bundesregierung auf die Fahnen geschrieben. Dazu beschloss der Bundestag Anfang Juni einen Gesetzentwurf. Demnach soll die dafür zuständige Sondereinheit beim Zoll, die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS), mehr Personal und Befugnisse erhalten.