Weiterhin viele Windpocken-Erkrankungen im Kreis Unna

Gesundheit

Die Frage, ob Kinder geimpft werden, beschäftigt Eltern – und alle Argumente dafür und dagegen. Klar aber ist: Die Zahl der Windpocken-Infektionen im Kreis Unna könnte mit Impfungen sinken.

Kreis Unna

, 02.10.2019, 14:42 Uhr / Lesedauer: 2 min
Weiterhin viele Windpocken-Erkrankungen im Kreis Unna

Windpocken gelten als Kinderkrankheit, sind aber auch für Erwachsene äußerst ansteckend. Eine Impfung bietet den erforderlichen Schutz. © AOK/hfr.

Im Kreis Unna ist die Zahl der nach dem Infektionsschutzgesetz gemeldeten Windpocken-Fälle im ersten Halbjahr 2019 nahezu konstant geblieben. Insgesamt wurden 39 Infektionsfälle gemeldet, das entspricht dem Vorjahresniveau. Das teilte heute die AOK Nordwest auf Basis aktueller Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) in Berlin mit.

„Windpocken gehören zu den häufigsten Kinderkrankheiten und sind äußerst ansteckend. Daher raten wir dazu, insbesondere Kinder gegen Windpocken impfen zu lassen. Die von der Ständigen Impfkommission am RKI empfohlenen Impfungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen selbstverständlich für ihre Versicherten bezahlt“, sagt AOK-Serviceregionsleiter Jörg Kock.

Die erste sogenannte Varizellen-Impfung für Kinder wird im Alter von elf bis 14 Monaten empfohlen. Die zweite Impfung sollte in einem Lebensalter von 15 bis 23 Monaten erfolgen. „Die Entscheidung, ob Eltern ihr Kind impfen lassen, kann ihnen niemand abnehmen. Es ist jedoch wichtig, dass sich Eltern mit diesem Thema auseinandersetzen, um gestärkt im Sinne ihres Kindes zu handeln“, so Kock.

Impfung kann nachgeholt werden

Eine Impfung kann nachgeholt werden, wenn sie nicht im empfohlenen Alter erfolgte. Einen Überblick über alle wichtigen Fakten zum Impfschutz und eine Hilfestellung bei der Entscheidung „Impfen ja oder nein“ sind auf verschienden Internetseiten abrufbar – so auch auf der Homepage der AOK.

Auslöser für Windpocken ist das sogenannte Varizellen-Zoster-Virus, das durch Tröpfcheninfektion über die Luft übertragen wird. Dieses Virus zählt zu den Her-pesviren. Die Ansteckungsgefahr beginnt einen Tag, bevor der Hautausschlag auf-tritt, und endet, wenn die Bläschen austrocknen. Erst zehn Tage bis drei Wochen nach der Ansteckung äußert sich die Infektion in Form von Kopf-, Rücken- oder Gliederschmerzen und Fieber. Später treten linsengroße rote Flecken auf der Haut auf, die sich zunächst in stark juckende Knötchen und Bläschen verwandeln. Die Bläschen sind mit einer wässrigen Flüssigkeit gefüllt, die in hohem Maße ansteckend ist. Innerhalb von ein bis zwei Wochen verkrusten sie und fallen ab.

Trotz des extremen Juckreizes sollten Windpocken nicht aufgekratzt werden. Dies

kann nicht nur Narben hinterlassen. Durch das Kratzen können sich die Bläschen

auch entzünden und es kann zu schweren Hautinfektionen kommen. Vom Arzt

verordnete Salben oder Lotionen lindern den Juckreiz.

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