Sturmtief „Sabine“ offenbart Wasserschaden: Nasse Wände um undichte Fenster im Kreishaus

dzKreishaus Unna

Pfützen auf Fensterbänken und völlig durchnässte Fensterlaibungen: Nach „Sabine“ war in Büros des Kreishauses wieder Wasser, wo es definitiv nicht hingehört. Nach „Problemchen“ sieht das nicht aus.

Kreis Unna

, 11.02.2020, 13:59 Uhr / Lesedauer: 2 min

So sanftmütig „Sabine“ auch war: Am Kreishaus in Unna hat das Sturmtief einmal mehr offenbart, dass Wasser durch die Fassade in die Büroräume dringt – und das offenbar nicht zu knapp.

Was dieser Redaktion von Mitarbeitern der Kreisverwaltung berichtet wird, lässt ein deutlich größeres Ausmaß des Wasserschadens am Kreishaus vermuten, als bislang von offizieller Seite bestätigt: Nach der Sturmnacht stand am Montagmorgen in einigen Büroräumen nicht nur dick Wasser auf den Fensterbänken, auch Fensterlaibungen waren teilweise völlig durchnässt – rund um die Fenster findet Regenwasser offenbar einen Weg ins Innere, was durch starke Windböen, wie „Sabine“ sie über den Kreis Unna brachte, freilich noch begünstigt wird.

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Am Kreishaus läuft derzeit eine Fassadensanierung

Die Fassade des Kreishauses wird derzeit aufwändig saniert. Auf Nachfrage hatte die Projekt- und Betriebsgesellschaft Kreis Unna (PBKU) bestätigt, dass es infolge von Starkregenereignissen „vereinzelt zu Wassereintritt an Teilen der Fassade“ gekommen sei.

Vertreter von PBKU und Kreishaus Unna Holding GmbH – Investor mit 90 Prozent Geschäftsanteil – versuchten jedoch mit aller Vehemenz, den Eindruck von einem ausgewachsenen Wasserschaden, der noch dazu Folge der Komplettsanierung der Immobilie Mitte der 2000er-Jahre sein könnte, auszuräumen. Vielmehr vermittelten Sonja Hauschild für die PBKU und Dr. Peter Seifert für die Holding den Eindruck, die Behebung des Wasserschadens sei ein Randaspekt der derzeit laufenden Fassadensanierung. In Verbindung mit den Wassereintritten sprachen sie von kleineren Ärgernissen und versteckten Problemchen.

Kreisverwaltung bestätigt vereinzelten Wassereintritt

Constanze Rauert, Sprecherin der Kreisverwaltung, bestätigte am Dienstag auf Nachfrage, dass es bei dem stürmischen Wetter am Wochenende an verschiedenen Stellen zu Wassereintritten gekommen sei. Zum Ausmaß machte sie keine Angaben.

Partnerschaft mit Investor läuft noch bis 2031

Das Kreishaus in Unna ist Mitte der 2000er-Jahre umfangreich saniert worden – und zwar im Rahmen eines sogenannten PPP-Modells, einer öffentlich-privaten Partnerschaft. Der Kreis Unna ist seitdem noch bis 2031 gewissermaßen Mieter im eigenen Haus: Der Investor hat sich seinerzeit für eine 25-jährige Vertragslaufzeit unter anderem für Betrieb und Instandhaltung des Kreishauses verpflichtet, im Gegenzug bezahlt der Kreis für diese Dienstleistungen.

Kreis: Weder Kosten- noch Personalaufwand durch Sanierung

Das Kreishaus in Unna war eines der ersten PPP-Projekte in Deutschland und wurde von Beginn an als Erfolgsmodell bezeichnet. Auch vor dem Hintergrund der derzeit laufenden Fassadensanierung teilte die Kreisverwaltung in der vergangenen Woche auf Nachfrage dieser Redaktion mit, dies sei ein „gutes Beispiel für den Nutzen eines solchen PPP-Projektes“. Der Kreis Unna habe für diese Maßnahme „zusätzlich zu den ursprünglich vertraglich vereinbarten monatlichen Zahlungen“ weder Kosten- noch Personalaufwand.

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Im Moment entsteht allerdings zuvorderst der Eindruck, dass PPP vor allem eines gewährleistet: nämlich, dass die Öffentlichkeit außen vor bleibt, obwohl es sich am Ende um ein öffentliches Gebäude handelt.

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