Wie gut sind die Feuerwehren in Olfen, Selm und Nordkirchen auf Waldbrände vorbereitet?

dzWaldbrandgefahr

Ein kleines Feuer kann sich im Wald schnell zu einem großen Brand entwickeln. Wir haben bei den örtlichen Feuerwehren nachgefragt, wie sie für einen solchen Fall ausgestattet sind.

Selm, Olfen, Nordkirchen

, 19.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Vor einiger Zeit waren Waldbrände noch ganz weit weg. Doch in den vergangenen Jahren häufen sich auch in Deutschland die Meldungen über riesige Waldbrände. Zuletzt brannten in Mecklenburg-Vorpommern 600 Hektar Wald. Mehr als 2.000 Einsatzkräfte arbeiteten Tag und Nacht, um das Feuer zu bekämpfen.

Und auch die Olfener Feuerwehr musste im vergangenen Monat ausrücken, um einen Brand im Hullerner Wald zu stoppen. Zwar war die vier mal zehn Meter große Fläche noch vergleichsweise klein, doch ein Feuer kann sich rasend schnell ausbreiten und zu einem deutlich größeren Problem werden.

Stufe drei im Waldbrandgefahrenindex

Aktuell stuft der Deutsche Wetterdienst die Gefahr für einen Waldbrand in der umliegenden Region in seinem Waldbrandgefahrenindex auf einer Skala von eins bis fünf mit einer drei ein. Bei den steigenden Temperaturen in den kommenden Tagen, kann die Gefahr auch schnell steigen.

Doch wie gut sind die örtlichen Feuerwehren für den Ernstfall gewappnet? „Wir sind gut gerüstet“, sagt Karsten Nieländer von der Olfener Feuerwehr. Doch bei größeren Feuern müssten ohnehin die Kräfte der umliegenden Feuerwehren gebündelt werden, erklärt er.

Auch die Fahrzeuge der Olfener Feuerwehr sind gut gerüstet für mögliche Brände in Waldgebieten. „Die Fahrzeuge sind fähig, da reinzufahren“, erklärt Karsten Nieländer.

„Je nach Beschaffenheit kann es schwierig werden“

Ähnlich sieht es auch bei der Feuerwehr Selm aus. In Cappenberg gebe es beispielsweise „ein sehr geländefähiges Fahrzeug“, sagt Wehrführer Thomas Isermann. Und auch alle anderen Wagen seien grundsätzlich für Fahrten in den Wald gerüstet. Denn alle verfügen über einen Allradantrieb, der Fahrten durchs Gelände erleichtern kann.

Doch ein solcher Antrieb alleine ist keine Garantie dafür, dass die Feuerwehr mit ihren Fahrzeugen bis zum Brand vordringen kann. „Je nach Beschaffenheit kann es schwierig werden“, erklärt er. Einen extra Wagen für Waldbrände zu besorgen sei nicht möglich. „Wir können uns nicht für jeden Fall ein Fahrzeug anschaffen.“

Besondere Rucksäcke und Feuerpatschen

Dennoch hat sich die Feuerwehr Selm für derartige Gefahren ein wenig vorbereitet. In Cappenberg wurden in einem Fahrzeug extra besondere Rucksäcke installiert. Diese sind mit Wasser gefüllt und können helfen, einen Brandherd direkt zu löschen.

Darüber hinaus sind die Wagen mit sogenannten Feuerpatschen ausgestattet. Das sind lange Stäbe, an deren Ende eine Art Fächer angebracht ist. Damit können Brände auf dem Boden ausgeschlagen werden. Da Feuerpatschen einfach zu transportieren sind, können sie vor allem bei Bränden in unzugänglichen Geländen helfen.

Umfunktionierter Gefahrengutübungsanhänger

Und einen Trumpf im Kampf gegen Brände hat die Selmer Feuerwehr auch noch: der TWA50-GÜA, ein Gefahrengutübungsanhänger. Den hatte der Löschzug 1 selbst gebaut, um Einsätze mit gefährlichen Stoffen und Gütern simulieren zu können. Aktuell dient der Wagen der Feuerwehr allerdings „als Wasserreserve“, berichtet Thomas Isermann. 5000 Liter Wasser passen in den Tank.

Bei der Nordkirchener Feuerwehr hat das größte Fahrzeug hingegen „nur“ ein Fassungsvermögen von etwa 2000 Litern. „Wir sind standardmäßig ausgestattet“, sagt Nordkirchens Löschzugführer Markus Heitkamp. „Wir haben keine speziellen Fahrzeuge“, gesteht er.

Dennoch seien alle Wagen geländefähig. Was die Ausstattung angeht, verfügt die Feuerwehr nur über die klassische Ausstattung. „Wir haben nichts Besonderes“, sagt er. Bei größeren Bränden sei aber auch sein Löschzug sowieso nicht alleine zuständig. „Wenn irgendwas Größeres passiert, werden sofort alle alarmiert.“

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