Viel freie Zeit am Wochenende: Wie der Geist Corona die Menschen entschleunigt

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Es ist das erste Wochenende im Kreis Unna, das ganz im Zeichen des Coronavirus steht. Das öffentliche Leben kommt zum Erliegen. Stellt sich die Frage: Was fange ich an mit der freien Zeit?

Unna

, 13.03.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Noch vor einer Woche war nicht absehbar, wie sehr die Angst vor dem Coronavirus Einfluss auf das Leben der Menschen im Kreis Unna nehmen würde. Zu weit weg schien das Thema, Infizierte wurden vor allem als Einzelfälle betrachtet.

Jetzt aber sind ein paar Tage vergangen, eine erste Welle von Hamsterkäufen liegt hinter uns. Die Toilettenpapierregale sind weiter leer, einige Apotheken haben immerhin wieder Mundschutz und Desinfektionsmittel im Angebot.

Leere Kalender und große Ängste

So leer wie die Regale im Supermarkt werden zunehmend auch die Kalender der Menschen. Keine Sportveranstaltungen, keine Kulturveranstaltungen. Vereine sagen alles ab, bei dem sich mehr als drei Menschen treffen. Das öffentliche Leben kommt immer mehr zum Erliegen.

In „normalen“ Zeiten wären die Menschen froh über jede Minute, die ihnen geschenkt wird. Aber es sind eben keine normalen Zeiten – es ist Corona-Zeit. Das Virus ist der große Unbekannte, vor dem sich die Menschen fürchten. Richtig erklären kann kaum jemand dieses Unwohlsein. Und es ist nicht mal klar, ob die Angst vor der Ansteckung größer ist oder die davor, in Quarantäne genommen zu werden.

Quarantäne bedeutet fehlende Freiheit

Quarantäne, das bedeutet fehlende Freiheit. Und Langeweile. Was soll man machen, wenn zuhause alles aufgeräumt ist und im Fernsehen wie so oft nichts läuft, was mehr als ein Zeitvertreib ist?

Diese Frage könnten sich schon am Wochenende viele Menschen stellen – und das ganz ohne Quarantäne. Ihre leeren Kalender lassen ihr Leben anders werden. Die Bundeskanzlerin ermuntert die Bürger sogar dazu, soziale Kontakte auf ein Minimum zu beschränken. Immerhin: Das Telefon und das Internet ermöglichen einen garantiert (zumindest gesundheitlich) virenfreien Kontakt – ganz ohne Umarmungen und Händeschütteln.

Coronavirus verändert die Menschen

Das Coronavirus hat uns schon jetzt verändert. Es entschleunigt das Leben auf eine Art, die manchem unangenehm ist. Möglicherweise ist das gut für das Leben in den Familien. Möglicherweise stärkt die verordnete Freizeit das Miteinander.

Gesellschaftsspiele könnten wieder an Bedeutung gewinnen. Oder Bücher. Der Lesestoff, der seit Monaten ungelesen bereitliegt, könnte jetzt Gold wert sein. Das gilt auch für die Schülerinnen und Schüler, wenn sie spätestens ab Mittwoch wochenlang nicht mehr zur Schule gehen.

Dennoch: Viele Menschen dürften sich wünschen, dass der Geist Corona bald wieder aus ihrem Leben verschwindet.

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