Urlaub im Ausland trotz Corona? Ralf Mäkler hat als Vielreisender einen Plan B

dzSegeltörn statt Kreuzfahrt

Trotz Corona ins Ausland reisen? Für den Vielreisenden Ralf Mäkler ist die Antwort klar. Auch wenn für ihn und seine Familie wegen Corona der größte Traumurlaub geplatzt ist, haben sie schon einen Plan B.

Unna

, 20.06.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ralf Mäkler hat zwei Leidenschaften: Fußball und Reisen. Manchmal kann er sogar beides verbinden. Dann wird der sportliche Leiter des SSV Mühlhausen-Uelzen zum Reiseleiter. „Wir waren mit einer Gruppe aus dem Verein schon acht Mal in den USA“, erzählt der 57-Jährige. Auch Sport-Events im Ausland besucht er gerne, etwa das olympische Fußball-Finale der Frauen in Rio de Janeiro.

Durch Einreiseverbote wegen der Corona-Pandemie sind solche Fernreisen vorerst auf Eis gelegt. Auch beruflich kommt Ralf Mäkler, Vertriebsmitarbeiter bei einem US-Büromöbelhersteller, nicht mehr herum. Sonst ist er viel auf Achse. „Ich lebe im Auto, im Flugzeug und in der Bahn“, sagt er. Nun befindet er sich schon seit Wochen im Homeoffice.

Reiselust trotz Corona

Und das ist auch ein Grund, warum er trotz Corona nicht auf Urlaub verzichten will. Er möchte auch mal etwas anderes sehen, und das Risiko hält er für überschaubar. Da geht es ihm so wie seiner Frau. Menschen mit ausgeprägter Reiselust lassen sich in Corona-Zeiten vom Auslandsurlaub nicht abschrecken. Ob hier oder dort – mit Abstand und Maske geht alles.

Etwas abändern mussten die Mäklers ihre Reisepläne aber doch. Eine Fernreise ist geplatzt – es wäre für sie der längste Urlaub überhaupt gewesen. Eine sechswöchige Traumreise, die die Familie bis ans andere Ende der Welt geführt hätte.

Ein Mann steht mit einem Drachen bei Sonnenuntergang an einem Strand auf der indonesischen Insel Bali.

Ein Mann steht mit einem Drachen bei Sonnenuntergang an einem Strand auf der indonesischen Insel Bali. © dpa

Von Berlin sollte es zunächst nach Sydney in Australien gehen, dann weiter auf einer 23-tägigen Kreuzfahrt mit „Princess Cruises“ nach Tokio. Über einen dreitägigen Zwischenstopp in Bangkok hätten Ralf Mäkler und seine Familie Bali erreicht. 14 Tage lang wollten sie mit „For Family Reisen“ die indonesische Insel erkunden.

Als die ersten Grenzen geschlossen und die ersten von vier Flügen storniert wurden, behielt Ralf Mäkler die Nerven. „Die Kunst ist zu warten“, meint er. Letztlich sei er finanziell mit einem blauen Auge davon gekommen. „Alles was ich angezahlt habe, habe ich zurückbekommen, bis auf das Hotel in Bangkok, was ich als nicht stornierbar gebucht hatte.“ Von der Kreuzfahrtlinie akzeptierte er eine Gutschrift mit einem höheren Wert als die Anzahlung.

Mittelmeer statt Indischer Ozean

Als die Urlaubsträume schon zerronnen waren, kam die Nachricht, dass die Reisewarnung für die meisten europäischen Länder aufgehoben wird. Mäkler setzte sich mit Jens Timmermann vom gleichnamigen Reisebüro in Unna und Kamen in Verbindung, um eine Reise innerhalb Europas klar zu machen. „Die Tourismusbranche hat unter Corona gelitten. Da versuche ich, die Leute zu unterstützen“, sagt Mäkler.

Bei der Auswahl der Alternativziele bleibt Mäkler seinem Motto treu, dass er im Urlaub ungern länger am selben Ort ist. Nun wird die Familie in den Sommerferien statt einer Kreuzfahrt erst einen Segeltörn in Kroatien unternehmen, dann noch eine Woche in einem Hotel im Land verbringen, bevor es abschließend in eine Robinson-Club-Anlage in Österreich geht. Ein Urlaub in Deutschland kam nicht infrage. „Da ist es bestimmt überlaufen.“

Aber ist es überhaupt möglich, in Corona-Zeiten bei einer Urlaubsreise Erholung zu finden? Der Profi-Reisende Mäkler meint: „Das wird vielleicht kein 100-prozentiger Urlaub, aber auch kein 50-prozentiger. Mit 80 Prozent wäre ich sehr zufrieden.“

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