Coronavirus: Hausarzt aus Fröndenberg besucht Verdachtsfall zu Hause

dzCoronavirus

Grund zur Sorge besteht nicht, betonen Hausärzte und Krankenhäuser zum Coronavirus. Aber sie bereiten sich darauf vor. Ein Hausarzt aus Fröndenberg hat einen Verdachtsfall zu Hause besucht.

Kreis Unna

, 28.02.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dass das Coronavirus gleichzeitig mit der ohnehin saisonal grassierenden Grippewelle nach NRW zu schwappen scheint, sei auch für niedergelassene Hausärzte eine Herausforderung, wie Dr. Thomas Huth, Geschäftsführer vom Gesundheitsnetz Unna, berichtet.

Als niedergelassener Hausarzt mit einer Praxis in Fröndenberg spricht er von einer Doppelbelastung: „Momentan kommen viele Patienten mit grippalen Infekten oder der echten Grippe in die Praxis.“

Die Hausärzte müssten nun aufpassen, dass es sich bei einer entsprechenden Erkrankung nicht um eine Infektion mit dem Coronavirus handele. „Mit dem bloßen Auge lassen sich die Symptome nicht eindeutig zuweisen“, so Huth.

Verdachtsfälle sollen anrufen anstatt die Praxis aufzusuchen

Bei einem Verdachtsfall rät Huth daher dringend dazu, Zuhause zu bleiben statt eine Praxis aufzusuchen. Der Arzt komme dann in entsprechender Schutzkleidung zu einem Hausbesuch vorbei. Genau einen solchen Fall hat Huth zuletzt selbst erlebt: Ein Patient sei aus einem Risikogebiet zurückgekehrt und habe typische Symptome bei sich festgestellt. „Da liegt es natürlich nahe, dass es sich um eine Infektion mit dem Coronavirus handelt“, so der Arzt.

„Die echte Grippe ist wesentlich gravierender und fordert mehr Todesfälle als das Coronavirus.“
Dr. Thomas Huth, Allgemeinmediziner

Der entnommene Abstrich befinde sich nun im Labor und werde geprüft. Huth halte sich dabei selbstverständlich an bundesweite Anweisungen und stehe in engem Kontakt mit dem Gesundheitsamt.

Hausarzt Dr. Huth: Bevölkerung muss sich keine Sorgen machen

Seine zentrale Botschaft an die Bevölkerung ist, sich trotz Ausbreitung des Virus keine Sorgen zu machen: „Die echte Grippe ist wesentlich gravierender und fordert mehr Todesfälle als das Coronavirus“, so seine Einschätzung.

Und auch die Krankenhäuser weisen darauf hin, gut funktionierende Abläufe zu haben: Der Umgang mit möglichen Verdachtsfällen sei spezifisch definiert und werde entsprechend angewandt und kommuniziert.

Das Evangelische Krankenhaus und das Katharinen-Hospital in Unna betonen unisono, gut auf mögliche Corona-Patienten vorbereitet zu sein.

Das Evangelische Krankenhaus und das Katharinen-Hospital in Unna betonen unisono, gut auf mögliche Corona-Patienten vorbereitet zu sein. © Archiv

Personal in Krankenhäusern wird engmaschig geschult

Unterdessen haben das Katharinenhospital und das Evangelische Krankenhaus in Unna eine Expertenrunde aus Ärzten und Hygienebeauftragten einberufen.„Grundsätzlich sind die Krankenhäuser nach den Vorgaben des Robert-Koch-Institutes auf Infektionskrankheitsfälle vorbereitet“, heißt es von Seiten beider Krankenhäuser in Unna. Dennoch werde derzeit sowohl das ärztliche als auch das nichtärztliche Personal aus den Patienten-Informationen, -Aufnahmen, Notfallambulanzen und Intensivstationen zusätzlich geschult.

Engmaschige Lehrgänge und tagesaktuelle Information sollen das bestmögliche Vorgehen der Mitarbeiter im Ernstfall garantieren. So wird etwa vermehrt darauf hingewiesen, auf eine Begrüßung durch Handschlag zu verzichten und Hygienemaßnahmen wie Händewaschen und Händedesinfizieren verstärkt anzuwenden.

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Auch werde vorsorglich die Ausstattung an Schutzausrüstung und Desinfektionsmitteln erhöht – „entsprechend der Marktverfügbarkeit“, wie es in einer gemeinsamen Mitteilung der Krankenhäuser heißt.

Der Markt ist aufgrund der hohen Nachfrage jedoch angespannt, wie bereits Lieferengpässe bei Arztpraxen und Apotheken in den vergangenen Tagen zeigten.

„Es ist ja auch nicht so, als würden wir bei Null anfangen und jetzt erst anfangen, uns einzudecken.“
Bettina Szallies, Pressesprecherin Evangelisches Krankenhaus Unna

Grund zur Sorge sei das für die Krankenhäuser jedoch nicht. „Es ist ja auch nicht so, als würden wir bei Null anfangen und jetzt erst anfangen, uns einzudecken“, sagt Bettina Szallies vom Evangelischen Krankenhaus. „Der Schutz ist hier immer ausreichend vorhanden, gerade zur Zeit der Grippewelle.“

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