Abiturienten aus Bergkamen packen an: Unnaer Tafel plant wieder Lebensmittelausgabe

dzCorona-Krise

Eine gute Nachricht für Menschen, die auf günstige Lebensmittel angewiesen sind: Die Tafel will ihren Betrieb eingeschränkt wieder aufnehmen. Möglich ist das, weil Jugendliche mit anpacken.

Kreis Unna

, 08.04.2020, 09:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bei der Tafel soll es bald wieder Lebensmittel geben. Wie der Verein jetzt mitteilte, zeichnen sich Lösungen ab, um zumindest eingeschränkt wieder bedürftige Menschen versorgen zu können.

Ausgabe in Unna ab 20. April, aber nicht wie sonst

Die beiden großen Ausgabestellen Unna und Lünen sollen ab dem 20. April wieder in Betrieb gehen. Man werde vorläufig mit Zeitfenstern arbeiten, so Tafel-Vorsitzende Ulrike Trümper. Die genaue Planung läuft noch. Vor allem soll der Kundenstrom streng gesteuert werden. „Wir müssen verhindern, dass 80 oder 100 Leute gleichzeitig auf dem Hof stehen.“

Spenden

Wer helfen will, gibt Geld

Der Tafel-Verein ist besonders jetzt dankbar für Spenden. Wer die Arbeit für bedürftige Menschen unterstützen möchte, kann einen Betrag überweisen auf eines dieser Konten:
  • Volksbank Unna, IBAN DE28 4416 0014 6336 0935 00
  • Sparkasse Lünen, IBAN DE50 4415 2370 0007 0050 36

Eine reguläre Ausgabe soll es nicht geben. Es ist geplant, Lebensmitteltüten abzugeben, die die Tafel-Mitarbeiter vorher packen. Ein Teil der Tüten soll vor Ort „risikosensibel“ ausgegeben werden, also so, dass weder Mitarbeiter noch Kunden miteinander in Kontakt kommen. Einen Teil werden Mitarbeiter mit Tafel- oder Privatautos zu den Kunden nach Hause liefern. Den Lieferdienst will die Tafel vor allem für Lünen einrichten.

Lebensmittel kostenlos

Nach wie vor ist die Vermeidung von Ansteckungen oberstes Gebot. Deswegen soll auch kein Bargeld die Hände wechseln: Die Kunden sollen die Lebensmitteltüten kostenlos erhalten.

Jetzt lesen

Hilfsprojekte für Bedürftige

Foodsharing bekommt weiterhin Lebensmittel

  • Die Tafel-Vorsitzende Ulrike Trümper begrüßt ausdrücklich, dass derzeit verschiedene Hilfsprojekte parallel laufen, um Tafel-Kunden zu versorgen. Bürgerstiftung und „Bürger für Bürger“ sammeln Geldspenden für Lebensmittelgutscheine, die Initiative „Foodsharing“ verteilt Lebensmittel.
  • Auch wenn die Tafel nun selbst wieder Essen ausgibt, soll „Foodsharing“ weiterhin etwas abbekommen für ihre Projekte. „Es geht doch vor allem jetzt um das Miteinander“, sagt Ulrike Trümper.

Möglich ist das alles überhaupt nur, weil eine Gruppe junger Leute die Tafel unterstützt. Acht Abiturienten aus Bergkamen hätten sich bereit erklärt zu helfen, berichtet Trümper. Sie freut sich über dieses Zeichen der Solidarität. Zudem gibt es drei Fahrer, die nicht zur Corona-Risikogruppe gehören und deswegen Waren ausliefern und abholen können. Ansonsten ist die Tafel bemüht, ihre regulären Mitarbeiter zu schützen. Für die meisten wäre eine Ansteckung gefährlich, etwa weil sie bereits im Rentenalter sind. Deswegen sollen diese Leute derzeit nicht arbeiten.

Die Tafel wird auch ihre Sponsoren wieder anfahren. Viele hätten dem Verein signalisiert, dass sie wieder wie gewohnt Lebensmittel abgeben könnten und wollten. Es sei jetzt wichtig, Lebensmittel wieder von den Märkten abzuholen. Den Kontakt zu halten, sei „Überlebenssache“, so Trümper. Die Sorge: Wenn Märkte ihren Überschuss nun anderweitig verteilen, bekäme die Tafel vielleicht auch später in normalen Zeiten nichts mehr.

Lösungen für kleinere Ausgaben noch in Arbeit

Für die kleineren Tafelausgaben werde noch nach Lösungen gesucht, so Trümper. Die Tafel werde sofort darüber informieren. „Wir wollen und können aber nicht noch länger auf eine ,Komplettlösung‘ warten.“

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Kultur im Kreis Unna
Wann Kinos und Theater im Kreis Unna wieder öffnen – ein aktueller Überblick
Hellweger Anzeiger Corona-Tests
Corona-Patient im Krankenhaus: Im Schmallenbach-Haus schrillen erneut die Alarmglocken