Unnaer sitzen auf Fuerteventura fest: Ausgangssperre zum Frühstück serviert

dzCorona-Quarantäne im Urlaub

Gabi und Ivars Weide sind im lang ersehnten Urlaub auf Fuerteventura. Nur: Ihre Urlaubsgefühle sind in dieser Woche abrupt umgeschlagen.

16.03.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Fuerteventura – für die Weides aus Unna gerade jetzt im März angesichts des milden Klimas dort ein geliebtes Urlaubsziel. Seit 49 Jahren fliegen sie zwei Mal im Jahr dort hin, seit vergangener Woche sind sie wieder auf der Insel – der Flieger Richtung Heimat soll eigentlich am 24. März abheben. Eigentlich. Denn normal ist in diesem Urlaub nichts mehr.

Statt wie sonst am Strand oder Pool sitzen die beiden auf ihrem Balkon (fest) – gewissermaßen eingesperrt in ihrem Zimmer. Immerhin: Die beiden Unnaer genießen Meerblick, während vor der Hotelanlage per Lautsprecherdurchsage der Ausnahmezustand ausgerufen wird. Alle Gäste werden gebeten, unverzüglich ihre Hotelanlagen aufzusuchen und sich auf ihre Zimmer zu begeben. Niemand darf mehr raus. Grund auch hier: Die Angst vor einer weiteren Ausbreitung des neuartigen Coronavirus.

Grüße aus der Quarantäne auf Fuerteventura: Gabi und Ivars Weide meldeten sich am Montag in der Redaktion.

Grüße aus der Quarantäne auf Fuerteventura: Gabi und Ivars Weide meldeten sich am Montag in der Redaktion. © privat

Vor einer Woche sind die Weides in ihren lang ersehnten Urlaub aufgebrochen. Am Sonntag hieß es zunächst, dass Urlauber ihre Hotelanlagen nicht mehr verlassen dürfen. Beim Frühstück am Montagmorgen schmierte eine Hotelangestellte den Weides dann die unliebsame Nachricht aufs Brot: Sofort aufs Zimmer, bis auf weiteres herrscht Ausgangssperre.

Touristen sollen so schnell wie möglich runter von der Insel

Vom Reiseveranstalter gab es bis Montagmittag keine Information. Nur so viel: Der Urlaub wird wohl früher enden als gedacht. Die Touristen sollen so bald wie möglich von der Insel in ihre Heimatländer gebracht werden. Das Unnaer Reisebüro hat die Weides am Montagmittag kontaktiert, verwies seinerseits aber auf den Reisveranstalter. „Wir sind hier erstmal im Ungewissen“, berichtet Ivars Weide. Immerhin ist den beiden Sonnenliebhabern das Lachen nicht vergangen. „Wir haben hier immerhin einen Platz an der Sonne.“

Zum Essen nur noch in Kleingruppen

Ungewiss war am Montag sogar, wie die Hotelgäste mit ihren Mahlzeiten versorgt werden. „Heute Morgen konnten wir noch draußen frühstücken, jetzt kommt keiner mehr rein oder raus.“ Er habe gehört, dass Hotelgäste in Kleingruppen zum Essen geführt werden sollen.

„Wir haben uns unseren Urlaub anders vorgestellt als hier eingesperrt zu sein.“
Ivars Weide

„Wir haben uns unseren Urlaub anders vorgestellt als hier eingesperrt zu sein – aber es ist, wie es ist“, sagt Ivars Weide. Hotelmitarbeiter hätten mantraartig wiederholt: „Das ist eine Anweisung der Regierung, wir müssen das jetzt so machen.“

Das Beste aus der Situation müssen jetzt auch die Weides machen. Bis hoffentlich bald die Nachricht vom Reiseveranstalter kommt, wann und mit welchem Flieger sie gen Heimat abheben.

Urlaubsgeschichten: Sitzen Sie auch am Urlaubsort fest oder kennen jemanden, dessen Urlaub wegen der Pandemie kein normaler mehr ist? Wir freuen uns über Ihre Hinweise an kreis@hellwegeranzeiger.de
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