Trotz Lockerungen: Kirchen noch zurückhaltend mit Gottesdiensten im Kreis Unna

dzCoronavirus

Gottesdienste sind wieder erlaubt – und doch ist nichts wie vor der Corona-Krise, wie sich am Beispiel der Stadtkirche Unna zeigt. Überhaupt herrscht noch Zurückhaltung in den Gemeinden.

Kreis Unna

, 03.05.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit Freitag sind Gottesdienste in Nordrhein-Westfalen wieder erlaubt. Die Kirchenbänke im Kreis Unna blieben am ersten Mai-Wochenende trotzdem fast ausnahmslos leer. Die Kirchengemeinden arbeiten an Konzepten, um die strengen Schutzmaßnahmen einhalten zu können.

Gottesdienst im Kölner Dom mit 120 Teilnehmern

Der Gottesdienst am Sonntagmorgen im Kölner Dom war wie ein Befreiungsschlag für die katholische Kirche. Nachdem Gläubigen das gemeinsame Gebet wochenlang verboten war, konnte Erzbischof Rainer Maria Woelki erstmals seit Inkrafttreten des umfassenden Kontaktverbots wieder einen öffentlichen Gottesdienst feiern. Der letzte hatte am 14. März in der größten deutschen Kathedrale stattgefunden. Der erste Gottesdienst nach der Zwangspause an diesem Sonntag zeigte aber auch, dass keineswegs von einer Rückkehr zum Normalbetrieb die Rede sein kann.

Rund 120 Personen durften ausschließlich auf markierten Plätzen sitzen, um den Abstand von zwei Metern zueinander zu wahren. Laufwege waren markiert, gesungen wurde nicht. Strenge Hygienemaßnahmen, wie sie landesweit für Gottesdienste gelten. Man will auf keinen Fall riskieren, dass Gottesdienste zu neuen Infektionsherden werden.

Kirchengemeinden wollen Hygienekonzepte abstimmen

Die Kirchengemeinden im Kreis Unna sind deshalb zurückhaltend mit öffentlichen Gottesdiensten. Bis auf wenige Ausnahmen – im Pastoralverbund Lünen etwa waren seit Freitag acht Messen angesetzt – blieben katholische wie evangelische Kirchenbänke überwiegend leer. Die katholischen Pastoralverbünde und pastoralen Räume im Dekanat Unna wollen sich laut Dekanatsreferent Ludger Büngener am Dienstag zur weiteren Vorgehensweise abstimmen. Auch im Evangelischen Kirchenkreis Unna arbeiten die Kirchengemeinden nun vorerst an Konzepten. „Und eines ist sicher: so wie vorher, wird es zunächst noch nicht“, so Öffentlichkeitsreferent Dietrich Schneider.

„Der Schutz der Menschen geht vor. Daher steigen unsere Gemeinden nur dann wieder ins Gottesdienstgeschehen ein, wenn alle nötigen Vorbereitungen getroffen sind.“
Dietrich Schneider, Evangelischer Kirchenkreis Unna

Maskenpflicht, Abstandsregelungen und begrenzte Anzahl von Teilnehmenden – das kennen die Besucher aus Behörden und Geschäften. Aber auch der Verzicht auf Gemeinde- und Chorgesang oder auf Blasinstrumente und Abendmahl erschweren die Organisation und die Gestaltung von Gottesdiensten. „Der Schutz der Menschen geht vor. Daher steigen unsere Gemeinden nur dann wieder ins Gottesdienstgeschehen ein, wenn alle nötigen Vorbereitungen getroffen sind“, so Schneider.

Stadtkirche Unna: Gottesdienste mit maximal 90 Personen

Was die strengen Auflagen für Gottesdienste bedeuten, verdeutlicht Dietrich Schneider an der Evangelischen Stadtkirche Unna: Maximal 90 Personen werden hier vorerst an Gottesdiensten teilnehmen dürfen – und das auch nur, wenn sie sich in entsprechende Listen eintragen, damit eventuelle Infektionsketten schnell nachverfolgt werden können.

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