Tödlicher Tiertransport: Schweine sterben Hitzetod auf der Ladefläche

Polizei stoppt Transporter

Ein Autofahrer hatte die Polizei gerufen. Schweine auf einem Tiertransporter waren ihm aufgefallen, schienen ihm unter der Hitze zu leiden. Für drei Tiere kam da bereits jede Hilfe zu spät.

Kreis Unna

, 24.07.2019 / Lesedauer: 3 min
Tödlicher Tiertransport: Schweine sterben Hitzetod auf der Ladefläche

Die Feuerwehr versorgte die Schweine mit Wasser. © Polizei Dortmund

Es muss grausam gewesen sein für die Schweine. Als die Polizei den Tiertransport am späten Dienstagnachmittag auf der A2 bei Bönen stoppte, waren drei Tiere bereits verendet; die 143 anderen waren augenscheinlich völlig dehydriert, hyperventilierten und konnten sich kaum auf den Beinen halten.

Grausame Bedingungen: 41 Grad und kein Wasser

Unter der sengenden Hitze war der Transporter für die Tiere trotz Belüftung zur Todesfalle geworden. 41 Grad ergab die Messung der Polizeibeamten. Schlimmer noch: Der Wassertank zur Versorgung der Tiere war leer.

Die Polizei rief die Feuerwehr zur Unterstützung, die die Tiere umgehend mit Wasser versorgte, und schaltete das zuständige Veterinäramt ein. Dessen Mitarbeiter bestätigte vor Ort einerseits die starke Überhitzung und die eklatante Unterversorgung mit Wasser; und stellte darüber hinaus fest, dass der Fahrer die Dokumente für die Tierversorgung nicht ordnungsgemäß führte.

Von Frankreich aus zum deutschen Schlachter

Der Tiertransport war in Frankreich aufgebrochen, Ziel war ein Schlachthof in Deutschland. Gegen 17.50 Uhr hatte ein aufmerksamer Autofahrer den Notruf gewählt. Ihm war auf der A1 bei Wuppertal aufgefallen, dass die Tiere in dem Transporter unter der hohen Hitzebelastung litten. Die Autobahnpolizei rückte umgehend aus, konnte das Fahrzeug aufgrund der guten Beschreibung durch den Zeugen noch auf der A1 ausfindig machen und führte es zur Kontrolle schließlich auf den A2-Parkplatz „Kolberg“ bei Bönen. Dort bestätigte sich dann der Verdacht des Zeugen, dem der Transport alles andere als artgerecht schien.

Dennoch durfte der Fahrer des Tiertransporters die Fahrt zum vorgesehenen Schlachthof fortsetzen, nachdem die Schweine sich entsprechend abgekühlt hatten. Gleichwohl dürfte der Vorfall für den 47-jährigen Mann noch ein Nachspiel haben: Die Polizeibeamten erstatteten eine Anzeige wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz; und erhoben eine Sicherheitsleistung in Höhe von 700 Euro.

Frankreich hat Tiertransporte vorübergehend verboten

Tiertransporte stehen grundsätzlich in der Kritik – insbesondere im Lichte immer neuer Rekordtemperaturen im Sommer. Infolge der letzten Hitzewelle hatte Frankreichs Landwirtschaftsminister Didier Guillaume im Juni Tiertransporte vorübergehend verboten und mit den Worten kommentiert: „Weil wir die Tiere nicht in Lastwagen und Zügen lassen können.“

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