Tagesmütter setzen sich mit Jugendämtern und Verwaltung an einen Tisch

dzRichtlinien für Kindertagespflege

Viele Tagesmütter in Kreis Unna haben sich zu einem Netzwerk der Kindertagespflegepersonen zusammengeschlossen. Mit diesem Netzwerk wollen sie an neuen Richtlinien mitarbeiten.

Kreis Unna

, 03.10.2018, 05:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Begrifflichkeit „Kindertagespflegeperson“ (KTPP) ist angebracht, zumal das landläufig geprägte „Tagesmutter“ ja die – zwar wenigen – männlichen KTPP ausschließen würde. Initiatorin und Koordinatorin dieses Netzwerkes ist Sylvia Zipp, sie ist seit zehn Jahren selbstständig in der Kindertagespflege und hat diesen Zusammenschluss organisiert, da sich die Richtlinien für ihren Berufsstand derzeit in der Überarbeitungsphase durch die Städte und den Kreis Unna befinden.

„Wenn wir bei dieser Neufassung oder Überarbeitung der Richtlinien mitarbeiten könnten, wäre das sicher hilfreich, um so einen stärkeren Praxisbezug herstellen zu können“, erklärt Zipp ihr Bestreben, bei den Treffen der Jugendämter und Verwaltungen dabei sein zu dürfen. „Wir wollen auch gar nicht groß die Federführung übernehmen oder so etwas. Es geht lediglich darum, bei kritischen Punkten einen Hinweis für die Umsetzbarkeit geben zu können.“

Auf Einladung des Jugendamtes Kamen hat es nun das erste große gemeinsame Treffen gegeben. „Wir als Sprecher der Tagespflegepersonen haben die Möglichkeit gehabt, den Jugendamtsleitern eine Liste mit Punkten vorzutragen, die wir als Anregungen für die neuen Richtlinien zusammengestellt haben“, erklärt Zipp. Im nächsten Schritt wollen sich die Städte und Jugendämter zusammensetzen und gemeinsam überlegen, was davon umsetzbar ist. Es geht dabei vor allem um eine einheitliche Auslegung der Richtlinien in den Städten und Gemeinden. Als Beispiel nennt Zipp die Eingewöhnungszeit der Kinder: Der Kreis Unna, zuständig für Holzwickede, Bönen und Fröndenberg, setzt für diese Phase vier Wochen an, die Stadt Unna zum Beispiel nur zwei Wochen. In manchen Kommunen sei lediglich eine Zeit von 15 Stunden vorgesehen. Dies sei nur ein Punkt, in dem die Richtlinien unterschiedlich ausgelegt werden.

Letztlich gehe es schlicht darum, das kommunenübergreifende Arbeiten für die Kindertagespflegepersonen zu erleichtern und somit auch eine gewisse Einheitlichkeit im Kreisgebiet zu erzielen. Sobald die internen Abstimmungen von Jugendämtern, Kreis und Städten abgeschlossen sind, soll es ein weiteres großes Treffen geben.

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