Feuerwerk verbieten: Auch in der Region geht Umwelthilfe gegen Böller und Raketen vor

dzMit Umfrage

Die Deutsche Umwelthilfe will Feuerwerk zu Silvester verbieten lassen: In 98 Städten hat sie entsprechende Anträge gestellt, auch in der Region.

Kreis Unna

, 24.10.2019, 07:11 Uhr / Lesedauer: 1 min

Böller und Raketen polarisieren. Für die meisten ist ein Silvester ohne Feuerwerk freilich unvorstellbar, Tier- und Umweltschützern dagegen ist die Knallerei zum Jahreswechsel seit jeher ein Graus. Jetzt stellt sich die Deutsche Umwelthilfe an die Spitze der Gegner, fordert ein umfassendes Verbot von Feuerwerk in zahlreichen deutschen Städten. Ihr Alternativvorschlag: Licht- und Lasershows.

Auf der Liste der insgesamt 98 Städte, in denen die Deutsche Umwelthilfe Silvesterfeuerwerk verbieten lassen will, steht auch Lünen. Dazu aus der Region auch Dortmund und Hagen sowie viele andere Revierstädte. Die Deutsche Umwelthilfe argumentiert mit der ohnehin schon hohen Feinstaubbelastung in diesen Städten, die am ersten Tag eines jeden Jahres Rekordwerte erreichen würde.

„Am Neujahrstag zeigen sich die Innenstädte als verwüstete und mit Böllermüll verdreckte Umwelt.“
Jürgen Resch, Deutsche Umwelthilfe

„Wir wünschen uns weiterhin freudige Feste zum Jahreswechsel – aber ohne verpestete Luft, brennende Häuser, verletzte Menschen und verängstigte Tiere durch archaische Schwarzpulver-Böllerei“, wird Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch in einer Mitteilung der Deutschen Umwelthilfe zitiert. Obwohl auch das Umweltbundesamt seit vielen Jahren vor den negativen Folgen warne und viele andere Staaten in Innenstädten die Böllerei grundsätzlich verböten oder reglementierten, herrsche in vielen deutschen Städten jedes Jahr zum Jahreswechsel ein regelrechter Ausnahmezustand, heißt es weiter. „Am Neujahrstag zeigen sich die Innenstädte als verwüstete und mit Böllermüll verdreckte Umwelt.“

Tausende Verletzte und zahlreiche Wohnungsbrände

Die Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation argumentiert darüber hinaus mit den Risiken, die mit dem Zünden von Silvesterfeuerwerk verbunden seien. Polizei und Krankenhäuser registrierten jedes Jahr viele tausend Verletzte, zahlreiche Wohnungsbrände seien die Folge des Silvester-Feuerwerks, so die Deutsche Umwelthilfe weiter.

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Droht den Kommunen jetzt ein Klageverfahren?

Die Deutsche Umwelthilfe ist unter anderem dafür bekannt, dass sie Städte per Klage zu Diesel-Fahrverboten zwingt; das, so zitiert die Deutsche Presse-Agentur Resch, stehe bei der Feuerwerksproblematik nicht an. Es gehe um vorausschauende Umweltpolitik, nicht um Gesetzesbruch. Dennoch werden die Kommunen sich mit den Anträgen befassen müssen. Es herrscht allerdings unterschiedliche Rechtsauffassung darüber, ob Kommunen private Silvesterfeuerwerke überhaupt verbieten dürfen.

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