Sie bringen Licht ins Dunkle

dzStraßenlaternen

Straßenlaternen sind aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken. Gerade in der dunklen Jahreszeit sind Fußgänger, Radler und auch Autofahrer auf das künstliche Licht angewiesen.

Kreis Unna

, 22.12.2018, 20:46 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Dunkelheit kann gefährlich sein. Das musste ein Anwohner der Berliner Allee in Holzwickede Anfang Dezember am eigenen Leib erfahren. Er stürzte und verletzte sich an der Hand, weil er im Dunkeln nicht richtig sehen konnte. Der Grund: eine defekte Straßenlaterne auf Höhe des Arnsberger Weges. Wochenlang funktionierte sie nicht, erst vor einigen Tagen rückte ein kleiner Bagger samt Handwerkern an.

Das Beispiel zeigt, wie wichtig eine gute Straßenbeleuchtung ist. Gerade jetzt in der dunklen Jahreszeit sind Fußgänger, Radler und auch Autofahrer auf das künstliche Licht angewiesen. Doch wer kümmert sich eigentlich um die Straßenlaternen im Kreis Unna? Wie funktionieren sie? Und wo können Störungen gemeldet werden?

Straßenbeleuchtung in Deutschland

  • In Deutschland werden in rund 14.000 Kommunen etwa 9 bis 9,5 Millionen Straßenleuchten im Rahmen der Daseinsvorsorge betrieben.
  • Der jährliche Energieverbrauch dieser Straßenbeleuchtungsanlagen beträgt rund 4 Terawattstunden.
  • In Deutschland werden jährlich etwa 600 TWh an elektrischer Energie verbraucht.
  • Somit hat die die Straßenbeleuchtung in Deutschland einen Anteil von rund 0,7 Prozent am Gesamtverbrauch an elektrischer Energie in Deutschland.
  • In Europa werden rund eine Milliarde Lampen in professionellen Bereichen betrieben.
  • Nur etwa 10 Prozent dieser Lampen sind Hochdrucklampen. Die restlichen 90 Prozent sind Leuchtstofflampen, die vornehmlich in der Büro- und Industriebeleuchtung zum Einsatz kommen. (Quelle: strassenlicht.de)

Die Beleuchtung der öffentlichen Straßen, Wege und Plätze ist grundsätzlich Aufgabe der Städte und Gemeinden im Rahmen ihrer Daseinsvorsorge. In der Regel sind sie auch Eigentümer der Anlagen, samt den hiermit verbundenen Verpflichtungen zur Wartung, Instandhaltung und dem Betrieb der Anlagen. Oft kümmern sich die Stadtwerke um den Betrieb.

So zum Beispiel in Unna. Hier sind die Stadtwerke Unna für insgesamt 6281 Leuchtstellen zuständig, die die Kreisstadt erhellen. Etwa 2400 davon wurden im Laufe der vergangenen Jahre auf LED-Technik umgerüstet. Bei den anderen handelt es sich um Kompaktleuchtstofflampen, Natriumdampfhochdrucklampen oder Halogenmetalldampflampen, wie Kristina Krüger, Sprecherin der Stadtwerke, erklärt.

Kontrollfahrten bei Nacht

In Holzwickede, Selm und Werne kümmerte sich Westnetz, eine Tochtergesellschaft des Energieunternehmens Innogy, um die insgesamt 7650 Straßenleuchten, darunter 1170 ausgestattet mit LED-Technik. Vier Mal im Jahr werden sie bei Nachtfahrten überprüft. „Alle vier Jahre werden die Leuchtmittel in der Regel gewechselt“, erklärt Westnetz-Sprecherin Katrin Frendo. „LEDs halten länger. Geht eine kaputt, muss aber die komplette Leuchte ausgetauscht werden“, so Frendo.

Die light-emitting diodes – kurz LEDs – spielen eine immer größere Rolle in der Straßenbeleuchtung. In der Anschaffung kosten sie zwar mehr als andere Leuchtmittel, dafür sind sie stromsparender und langlebiger. Darüber hinaus sind sie umweltfreundlicher, denn mit LEDs lässt sich auch der CO2-Ausstoß erheblich reduzieren.

Sie bringen Licht ins Dunkle

Viele Straßenlaternen im Kreis Unna sind bereits mit moderner LED-Technik ausgestattet worden, so wie zum Beispiel an der Bushaltestelle „Hochstraße“ in Kamen. In der Anschaffung kosten sie zwar mehr Geld, sind aber stromsparender und langlebiger. © Stefan Milk

Modernisierung ist unausweichlich

An der Modernisierung führt ohnehin kein Weg vorbei. Laut Ökodesign-Richtlinie der EU müssen Deutschlands Kommunen auf energiesparende Ampel- und Straßenbeleuchtung umstellen. Eine flächendeckende Umrüstung auf LED-Technologie dürfte jedoch noch 20 bis 30 Jahre dauern, wie die Deutsche Energie-Agentur (Dena) 2015 prophezeite.

Die Erfahrung, dass LEDs langlebiger sind, haben auch die Gemeinschaftsstadtwerke (GSW) Kamen, Bönen, Bergkamen gemacht. Die Mitarbeiter kümmern sich um 4925 Straßenlaternen in Kamen, 1968 in Bönen und 4764 in Bergkamen. Einen Großteil davon haben die GSW bereits auf LED-Technik umgerüstet. „Lediglich etwa 200 Quecksilberdampfleuchten befinden sich noch im Einsatz“, sagt GSW-Sprecher Timm Jonas. Aber auch diese würden schrittweise ausgetauscht beziehungsweise modernisiert, betont er.

Die Straßenleuchten im Beritt der GSW werden nach Angaben des Unternehmens ständig gewartet oder repariert. Alle vier Jahr würden die Leuchten darüber hinaus in Kooperation mit einem Subunternehmen genauer überprüft werden, so Timm. Ein Vorteil der langlebigen LED-Technik sei es, dass die Leuchtmittel zukünftig nur alle zehn anstatt vier Jahre ausgetauscht werden müssten.

Ursachen für Defekte

Trotzdem können auch LED-Leuchten kaputtgehen. Das liege dann meistens an Defekten an den sogenannten Treibern, erklärt GSW-Sprecher Jonas. Schäden bei älteren Leuchten seien meist altersbedingt, zum Beispiel hervorgerufen durch Feuchtigkeitseintritt. Auch Vandalismus und Unfälle spielten eine große Rolle, wie Westnetz-Sprecherin Frendo betont.

Weil die Betreiber der Straßenlaternen im Kreis Unna aber nicht alle im Blick haben können, sind sie auf die Unterstützung der Bürger angewiesen. Wer eine defekte Leuchte bemerkt, kann diese entweder telefonisch, per E-Mail oder online melden. Die Reparatur soll dann umgehend erfolgen, versprechen die Betreiber.

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