Schüler dürfen jetzt doch Party zum Schulabschluss feiern

Neue Corona-Regeln

Bei den Zeugnisfeiern an Schulen muss es nicht bleiben. Die Abschlussjahrgänge dürfen auch Partys feiern. Das geht aus einer neuen Fassung der Coronaschutz-Verordnung hervor.

Kreis Unna

, 19.06.2020, 14:39 Uhr / Lesedauer: 2 min
Zehntklässler der Willy-Brandt-Gesamtschule Bergkamen bei ihrer Verabschiedung am Freitag.

Zehntklässler der Willy-Brandt-Gesamtschule Bergkamen bei ihrer Verabschiedung am Freitag. © Marcel Drawe

Größere Schulabschlussfeiern scheiterten bislang an der Coronaschutzverordnung. Eine Ausnahme galt für Zeugnisfeiern, die in diesen Tagen unter Einhaltung von Abstandsregeln und begrenzt auf den Kreis der Schüler und Lehrer stattfinden. Nun erlaubt eine geänderte Fassung der Coronaschutzverordnung auch weitergehende Partys. Darauf weist die Stadt Bergkamen in einer Mitteilung hin und beruft sich dabei auf das NRW-Gesundheitsministerium.

50 Schüler dürfen feiern – ohne Eltern und andere Gäste

Demnach können Regelungen für Feiern aus herausgehobenem Anlass auch für interne Feiern von Abschlussklassen und -jahrgängen genutzt werden. Wenn diese Feiern ausschließlich im Kreis der Schülerinnen und Schüler der jeweiligen Abschlussklasse stattfinden, also ohne Eltern, Freunde und andere Gäste, könnten auch mehr als 50 Personen feiern. Es gelten dann Regelungen für Versammlungen und Feiern für bis zu 100 Personen und Ausnahmen für gesellige Feiern bis 50 Personen – dies ist in Paragraf 13 der Verordnung nachzulesen.

Hintergrund der Überlegung ist laut Stadt Bergkamen, dass seit dieser Woche wieder Feiern mit bis zu 50 Personen aus besonderen Anlässen stattfinden dürfen und zwar ohne Abstandsgebot, Beschränkung der Gäste auf bestimmte Regionen und Altersgruppen. Diese Regelung könnten grundsätzlich auch Abschlussjahrgänge nutzen. Die neue Regelung sehe nunmehr eine Erweiterung der 50er-Regelung vor, so dass bei solchen Feiern alle Mitglieder der Klasse bzw. des Jahrgangs teilnehmen können. Erlaubt sei dann einmalig eine gemeinsame Feier zum Abschluss der Schulzeit.

So wird die Neuregelung begründet

Die Ausnahme von der Gruppengröße von 50 Personen sei infektiologisch vertretbar – aus folgenden Gründen.

  • Es handelt sich um feste Gruppen, die auch schon in den letzten Wochen untereinander Kontakt hatten.
  • Es gibt im Regelfall keine große regionale Streuung über das ganze Land.
  • Alle Mitglieder sind altersmäßig weit weg von einer Risikogruppe.
  • Durch die regionale Konzentration könnte im „worst case“ der Teilnahme einer infizierten Person das Gesundheitsamt vor Ort schnell und effektiv durch Testungen und ggf. Quarantäne reagieren.
  • Die Infektionszahlen sind insgesamt so niedrig, dass eine Infektionsquelle sehr unwahrscheinlich ist.
  • Natürlich ist die Teilnahme freiwillig.
  • Durch die Vorabinfo wissen die zuständigen Behörden Bescheid, was an Veranstaltungen geplant ist.

Als konkrete Rahmenbedingungen werden genannt:

  • Einmalige Veranstaltung je Klasse/Jahrgang.
  • Strikte Teilnahmekontrolle durch externe Personen muss sichergestellt sein.
  • Keine konkrete Vorgabe zum Ort mit der Ausnahme: nicht auf dem Schulgelände, da es ausdrücklich keine Schulveranstaltung ist. Möglich sind Gastronomie, Festräume, Freigelände.
  • Feier ohne Abstandsgebot und Masken möglich, nur mit Appell zum „verantwortlichen Feiern“.
  • Vorherige Information der Kommune vor Ort.
  • Wenn das Infektionsgeschehen vor Ort die Veranstaltung ausnahmsweise nicht zulässt, kann die zuständige Behörde abweichende Regelungen treffen.
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