Die Ampeln sind auf Grün: In den Krankenhäusern in Unna und Kamen haben die Intensivstationen noch genug Kapazitäten für Covid-19-Beatmungspatienten. Hier ein Überblick über die Lage an den Kliniken im Kreis Unna.

Unna, Kamen

, 09.04.2020, 19:32 Uhr / Lesedauer: 2 min

Noch immer läuft die Anfangsphase der Pandemie. Ohne die geltenden Alltagsbeschränkungen könnte sich das Coronavirus ungehindert ausbreiten und – obwohl die Viruserkrankung überwiegend mild verläuft – eine große Zahl an schweren Fällen auslösen. Dann würden Krankenhäuser wohl von der Vielzahl der Patienten überlastet.

Wie aufnahmefähig die Intensivstationen der Krankenhäuser im Kreis Unna sind, lässt sich neuerdings an der Datenbank intensivregister.de ablesen. Dort waren am Vorabend des Karfreitags Daten über die Auslastung von sieben der acht Akutkrankenhäuser in Unna, Kamen, Lünen, Werne und Schwerte abrufbar.

Wie sind die Intensivstationen ausgelastet?

Durch Ampelsymbole verdeutlicht die Datenbank, ob noch Intensivbetten in den Kategorien „Low Care“ (nicht invasive Beatmung), „High Care“ (invasive Beatmung) und „ECMO“ (externe Beatmungsmaschine) frei sind. Grün heißt verfügbar, Gelb begrenzt verfügbar und Orange ausgelastet.

In sechs der acht Krankenhäuser waren grüne Ampeln bei „Low Care“ und „High Care“ zu sehen. Für das Marienkrankenhaus, Standort Schützenstraße, in Schwerte war Orange angezeigt. Das Ev. Krankenhaus Unna (EK) stand als einziges Krankenhaus auf Grün bei ECMO-Plätzen, während für alle anderen Häusern in dieser Kategorie keine Ampel verfügbar war. Überhaupt keine Ampelanzeige existierte für die Klinik am Park in Lünen-Brambauer.

Die Datenbank zeigt: Der Kreis Unna hat derzeit genug freie Intensivbetten für Schwerkranke, nur ein Haus nähert sich der Kapazitätsgrenze.

Krankenhäuser

Intensivbetten?

Zahl der Planbetten laut Intensivregister.de
  • Ev. Krankenhaus Unna: 28
  • Katharinen-Hospital Unna: 20
  • Hellmig-Krankenhaus Kamen: 9
  • St.-Christophorus-Hospital Werne: 19
  • St.-Marien-Hospital Lünen: 37
  • Marienkrankenhaus Schwerte (Goethestraße): 11
  • Marienkrankenhaus Schwerte (Schützenstraße): 11
  • Klinik am Park Lünen: k.A.

Wie viele Covid-19-Patienten liegen auf der Intensivstation?

Die Krankenhäuser liefern dem Intensivregister auch Daten darüber, wie viele Covid-19-Patienten auf den jeweiligen Intensivstationen liegen. Elf Erkrankte waren es zum Zeitpunkt des Datenabrufs (von insgesamt 36 Patienten laut Kreisgesundheitsamt). Die Intensivpatienten verteilen sich wie folgt auf die Standorte: Katharinen-Hospital in Unna (1), Ev. Krankenhaus in Unna (2), St.-Marien-Hospital in Lünen (3), Marienkrankenhaus (ehem. Ev. Krankenhaus, Schützenstraße) in Schwerte (1), Marienkrankenhaus (Stammhaus) in Schwerte (4). Keinen Covid-19-Patienten gab es laut Datenbank im Hellmig-Krankenhaus in Kamen und im St.-Christophorus-Krankenhaus in Werne.

Wie viele Intensivbetten haben die Krankenhäuser?

Die Krankenhäuser haben sich auf den Fall vorbereitet, dass die Zahl der Covid-19-Patienten sprunghaft ansteigt. Planbare Operationen sind verschoben, Normalstationen aufgerüstet. Durch Unterstützung des Bundesgesundheitsministeriums sind zusätzliche Beatmungsplätze geschaffen worden, die bei schweren Covid-19-Verläufen essentiell sind. In normalen Zeiten verfügen die Krankenhäuser im Kreis Unna laut statistischem Landesamt über 144 Intensivbetten – bei insgesamt 2652 Krankenhausbetten. Im Intensivregister sind für sieben der acht Häuser insgesamt 135 Planbetten aufgeführt. Das heißt, dass in dem Register offenbar die aufgestockten Plätze nicht aufgeführt sind.

Das Hellmig-Krankenhauses in Kamen hat neun Intensivbetten, wie aus der Datenbank intensivregister.de hervorgeht. Dort sind alle Krankenhäuser im Kreis Unna gelistet.

Das Hellmig-Krankenhauses in Kamen hat neun Intensivbetten, wie aus der Datenbank intensivregister.de hervorgeht. Dort sind alle Krankenhäuser im Kreis Unna gelistet. © Marcel Drawe

Wie viele Kapazitäten wurden zusätzlich geschaffen?

Das Katharinen-Hospital in Unna hat von ursprünglich zwölf auf 28 Intensivbetten (High Care) aufgerüstet. Dazu kommen zehn Geräte im Stand-by (Low Care). „Kapazitäten werden täglich neu adjustiert“, heißt es auf Anfrage.

Das EK Unna hat die Zahl der High-Care-Plätze von ursprünglich elf auf 22 verdoppelt und sechs zusätzliche Low-Care-Behandlungsplätze geschaffen. Die Zahl der Beatmungsgeräte sei von ursprünglich 8 auf 27 aufgestockt worden. Wie viele Betten noch frei sind, könne nicht pauschal gesagt werden. „Der Umfang der Kapazitäten ist abhängig von einer Reihe von Faktoren, darunter z. B. Gesundheitszustand der Patienten, Personal, Material.“

Das Klinikum Westfalen macht für das Hellmig-Krankenhaus Kamen (9 Planbetten) keine Angaben über die Anzahl und die Art der Intensivbetten. „Das gesamte Klinikum Westfalen ist mit seinen vier Häusern für die Aufnahme von Covid-Patienten gut vorbereitet“, heißt es lapidar.

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