Radwege im Kreis Unna sollen künftig breiter werden

dzSicherheit im Radverkehr

Die Radwege im Kreis befinden sich in einem guten Zustand, allerdings sind viele von ihnen zu schmal. Wie breit sie bei der Sanierung genau werden sollen, war Streitpunkt im Kreistag.

Unna, Holzwickede, Fröndenberg, Kamen, Bergkamen

, 09.09.2020, 15:39 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Radwege im Kreis Unna sind in einem guten Zustand. Ende 2019 prüfte der Kreis die vorhandenen Radwege auf ihren Zustand, um auf Basis dieser Erfassung ein umfassendes Radwegeprogramm in das Kreisstraßenbauprogramm mitaufnehmen zu können.

Auffällig bei der Erfassung: Viele Radwege, die für Radverkehr in zwei Richtungen ausgelegt sind, weisen nur eine Breite von zwei Metern auf. Bei Radhauptverbindungen sollte die Breite allerdings drei Meter betragen. Daher sollen im Zuge der Sanierung auch die betroffenen Radwege auf eine Breite von mindestens 2,50 Meter verbreitert werden. Zu wenig, fand die SPD.

Radwege sollen drei Meter breit werden

In einem Antrag forderten sie im Kreistag, dass eine grundsätzliche Breite von drei Metern anzustreben sei. Ausnahmen beim Bau sollten begründet werden. Die SPD möchte damit auf eine prognostizierte Zunahme des Radverkehrs reagieren. Besonders E-Bikes und Transportfahrräder würden sich größer werdender Beliebtheit erfreuen.

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Das mache es erforderlich, die Sicherheitsstandards und in dem Zuge auch die Normbreite der Radwege anzupassen. Radwege, die in beiden Richtungen befahren werden, auf drei Meter auszulegen, würde diesem Ziel entsprechen, wie Vorsitzende Brigitte Cziehso erklärte. Ihre Forderung löste im Kreistag einige Diskussionen aus.

Sorge, dass Projekte ausgebremst werden

Es sei nicht von der Hand zu weisen, dass eine Breite von drei Metern die Radwege sicherer machen würde, so Anke Schneider von den Grünen. Der Radweg Ruhr zeige aber auch, dass solche Vorgaben bei der Sanierung ein Projekt durchaus ausbremsen könnten.

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Sorgen, denen sich auch die anderen Parteien anschlossen. Wilhelm Jasperneite, Vorsitzender der CDU im Kreistag, verkündete seine Zustimmung zu dem Antrag nur zähneknirschend. „Der Antrag kam sehr kurzfristig, aber wir machen das jetzt mit, auch wenn die Vorgaben möglicherweise zu Verzögerungen führen. Die Diskussion über die Breite ist damit nicht beendet, sondern wird damit erst eröffnet.“

Mehr Radler erfordern mehr Platz

Die SPD verteidigte sich gegen die besorgten Einwände der anderen Parteien. Es ginge darum, dass man grundsätzlich prüfen solle, ob eine Breite von drei Metern möglich sei. „Es soll nur da gemacht werden, wo es geht“, sagt Cziehso. Der Kreis versuche, mehr Leute zum Radfahren zu bewegen. „Die brauchen dann aber auch mehr Platz.“

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Ludwig Holzbeck, Baudezernent des Kreises, konnte die Parteien in einem Punkt beruhigen. „Wenn wir den Platz haben, von zwei Metern auf drei Meter zu gehen, ist der Aufwand genauso hoch, als würden wir auf 2,50 Meter gehen.“ Einzig die Überprüfung der möglichen Flächen würde sich etwas aufwendiger gestalten. Schlussendlich wurde der Antrag der SPD vom Kreistag einstimmig angenommen und das Radwegeprogramm entsprechend ergänzt.

Prioritätenliste nach Zustand

Welche Radwege als nächstes saniert werden, ist abhängig von ihrem Zustand. Bei der Erfassung bekam jeder Radweg eine Note verpasst, anhand derer sich die Priorisierung ausrichtet. Viele Radwege werden laut Kreisstraßenbauprogramm erst ab dem Jahr 2025 saniert werden müssen.

Bis 2023 sind bislang zehn Maßnahmen geplant, für die rund 2393 Euro zur Verfügung gestellt werden. Betroffen sind dabei mitunter die K16 in Bergkamen, die K9 in Kamen oder die K39 zwischen Kamen und Unna.

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