Quarantäne-Regeln erschweren Helfereinsatz im Schmallenbach-Haus

dzPflegeheim

Was dem Schutz der Altenheim-Bewohner vor dem Coronavirus dient, schafft neue Hürden: Quarantäne-Bedingungen verunsichern Helfer, die dringend im Schmallenbach-Haus in Fröndenberg benötigt werden.

Fröndenberg

, 10.04.2020, 15:58 Uhr / Lesedauer: 1 min

Noch nie war es so kompliziert, einen Dienstplan für die Ostertage im Schmallenbach-Haus aufzustellen. Rund 55 Bewohner und 34 Mitarbeiter des Pflegeheims sind mittlerweile mit dem Coronavirus infiziert. Der Betrieb läuft mit reduziertem Stammpersonal unter Quarantäne-Bedingungen weiter.

Geschäftsführer Heinz Fleck ist unter diesen Umständen glücklich, dass sich auf einen Aufruf hin rund 100 Helfer gemeldet hatten, die in Pflege, Hauswirtschaft, Betreuung und Technik unterstützen wollen. „Darunter ist ein Physiotherapeut, der in Kurzarbeit ist und wochenweise bei uns mitarbeiten könnte, und eine Wirtin, deren Kneipe geschlossen ist“, sagte der Chef der Caritas-Einrichtung am Gründonnerstag.

Der Quarantäne-Status des Altenheims wirft eine Reihe von praktischen Fragen auf. Eine lautet: Müssen die Helfer ebenso wie die Stamm-Mitarbeiter bestimmte Quarantäne-Regeln einhalten oder gelten für sie gelockerte Bedingungen? „Die Mitarbeiter dürfen nur zwischen Arbeit und Zuhause pendeln. Sie müssen ansonsten zu Hause bleiben und dürfen nicht draußen spazieren gehen“, erklärt Fleck. Wenn dies auch für die Helfer gelte, würden sich manche Helfer ihren Einsatz wohl „knicken“. Es gebe eine große Verunsicherung.

Mit dem Kreisgesundheitsamt befindet sich Geschäftsführer Fleck in Abstimmungen. Von Mitarbeitern, die außerhalb des Kreises Unna wohnen, will er erfahren haben, dass die Vorgehensweisen der einzelnen Behörden sich unterscheiden. Die Ämter können auf Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts zum Kontaktpersonenmanagement zurückgreifen.

Der Einsatz von Ehrenamtlichen für einzelne Tätigkeiten scheidet aus. Für sie gilt wie für Angehörige ein striktes Besuchsverbot.

Sechs Bewohner des Schmallenbach-Hauses sind seit Ende März mit oder an Covid-19 gestorben. Am Gründonnerstag befanden sich laut Fleck noch zwölf Bewohner im Krankenhaus, vier waren zurück in die Einrichtung gekommen.

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