Pflegerin und Betreuer aus dem Schmallenbach-Haus sterben nach Infektion mit Coronavirus

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Das Seniorenheim Schmallenbach-Haus trauert neben einem weiteren Bewohner nun auch um zwei Mitarbeiter, die infolge des Coronavirus gestorben sind. Nach einer Pflegerin erlag auch ein Betreuer Covid-19.

Fröndenberg

, 27.04.2020, 17:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nachdem der Coronavirus vor Wochen im Fröndenberger Seniorenheim Schmallenbach-Haus ausgebrochen war, zählten zunächst die Bewohner zu den am schwersten betroffenen Infizierten; zwölf Senioren starben bereits.

Heinz Fleck

Heinz Fleck © Archiv

„Die Kollegen sind sehr niedergeschlagen.“
Heinz Fleck, Geschäftsführer Schmallenbach-Haus

Am Wochenende erlag nun ein weiterer Bewohner, ein 99-jähriger Mann, seiner Erkrankung. Innerhalb weniger Tage muss das Mitarbeiterteam um Geschäftsführer Heinz Fleck zudem um zwei Kollegen trauern: Am Sonntagabend starb ein Betreuer aus der Einrichtung, er war auf der Intensivstation wegen Covid-19 behandelt worden. Der 55-Jährige arbeitete als Betreuer im Schmallenbach-Haus, ging mit den alten Leuten spazieren oder unterhielt die Senioren mit Gesellschaftsspielen.

Bereits am 20. April war eine Pflegerin aus dem „Schmalli“ gestorben. Die ebenfalls mit dem Coronavirus infizierte 58-jährige Frau hatte das Krankenhaus bereits verlassen können und befand sich laut Heinz Fleck schon auf dem Weg der Besserung. Die Fachkraft hatte sich zuhause auskurieren wollen und sei letztlich an einer Lungenembolie gestorben.

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„Die Kollegen sind sehr niedergeschlagen“, schilderte Fleck die Stimmung im Haus. Denn nur wenige Tage vor der Nachricht vom Tod des Betreuers hatte es noch erfreuliche Neuigkeiten gegeben: 26 von den in den vergangenen Wochen positiv auf Corona getesteten Bewohnern waren mittlerweile negativ getestet worden und dürfen als geheilt gelten. Von mehr als 60 infizierten Seniorinnen und Senioren sind damit nur noch 17 akut erkrankt.

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54 Mitarbeiter im Seniorenheim infiziert

Auch wenn die Wahrscheinlichkeit sehr hoch sei, dass sich die beiden gestorbenen Mitarbeiter im Schmallenbach-Haus angesteckt haben, gibt es auch hierüber – wie im Grund bei allen Infektionsfällen – keine letzte Gewissheit.

54 positiv auf Corona getestete Beschäftigte hat es bislang im Schmallenbach-Haus gegeben. Jeden Tag erschienen kurierte Kollegen zurück zum Dienst, andere tragen auch nach drei Wochen den Virus noch in sich. Stationär behandelt werden müsse aber niemand mehr zurzeit.

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Heinz Fleck musste sich wegen seiner eigenen Infektion ebenfalls in Quarantäne begeben und arbeitet seitdem im Homeoffice. Der Geschäftsführer wartet auf das Ergebnis des Negativ-Tests und wird dann auch wieder in sein Büro zurückkehren können.

Auch wenn viele Bewohner und Mitarbeiter sich in diesen Tagen auf dem Weg der Besserung befinden – angesichts der vielen Todesfälle in den vergangenen Wochen, so Heinz Fleck, könne man aber leider nicht von einem guten Ende sprechen, das das Schmallenbach-Haus eines Tages erwartet.

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