Michael Makiolla macht 2020 Schluss

dzLandrat hört nach 16 Jahren auf

Der amtierende Landrat wird nach 16 Jahren kein viertes Mal kandidieren. Mit 64 Jahren hört Michael Makiolla zur nächsten Kommunalwahl 2020 auf.

Kreis Unna

, 11.01.2018, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am 15. Januar wird Michael Makiolla 62 Jahre alt. In zwei Jahren, wenn wieder Kommunalwahlen anstehen, ist er 64. Ein Alter, in dem man an den Ruhestand denken kann – aber nicht zwangsläufig muss. Es gibt schließlich gerade im Kreis Unna genügend Beispiele von Bürgermeistern, die auch weit nach Erreichen des gesetzlichen Rentenalters noch Gefallen an ihrem Amt haben, siehe etwa Werner Kolter (68) in Unna, oder Roland Schäfer (ebenfalls 68) in Bergkamen.

„16 Jahre sind genug, danach sollen es Jüngere machen.“
Michael Makiolla

Doch für Makiolla, seit 2004 im Amt, steht fest: Mit 64, nach dann 16 Jahren als Landrat, ist für ihn Schluss. So sei es mit seiner Frau besprochen, und eine Änderung der Pläne sei ausgeschlossen. „16 Jahre sind genug, danach sollen es Jüngere machen“, sagt Makiolla. Und er verweist darauf, dass er vor seiner Wahl zum Landrat auch fünf Jahre Kreisdirektor und zehn Jahre Dezernent beim Kreis Unna gewesen sei, 2020 also insgesamt drei Jahrzehnte in Führungspositionen hinter sich haben wird. „Nach einer so langen Zeit wird man vielleicht an der einen oder anderen Stelle auch ein bisschen betriebsblind“, so der Landrat weiter. Deshalb sei es auch für die weitere Entwicklung des Kreises Unna wichtig, wenn nach 2020 Jüngere die Geschicke lenken. „Jüngere bringen andere Impulse rein, setzen vielleicht andere Schwerpunkte“, sagt Makiolla.

Sein Ziel sei es, seinem Nachfolger oder seiner Nachfolgerin im Herbst 2020 einen gut geordneten Laden, eine gut funktionierende Verwaltung zu übergeben.

In den verbleibenden zweieinhalb Jahren müsse freilich niemand glauben, dass er jetzt von einer Verabschiedung zur nächsten gehen werde und seine Amtszeit langsam ausgleiten lasse, betont Makiolla. Stattdessen nennt er zahlreiche Schwerpunkte, an denen er künftig (weiter) arbeiten will.

Michael Makiolla, hier beim Frühjahrsempfang auf der Ökologiestation des Kreises Unna in Bergkamen im März 2017, wird im Jahr 2020 aufhören. Eine Kandidatur für eine vierte Amtsperiode kommt für ihn nach dann 16 Jahren als Landrat nicht infrage.

Michael Makiolla, hier beim Frühjahrsempfang auf der Ökologiestation des Kreises Unna in Bergkamen im März 2017, wird im Jahr 2020 aufhören. Eine Kandidatur für eine vierte Amtsperiode kommt für ihn nach dann 16 Jahren als Landrat nicht infrage. © Marcel Drawe

Da sind zum einen personelle Weichenstellungen, angefangen mit der Stelle des Kreisdirektors, aber auch auf anderen Ebenen der Verwaltung.

Digitale Verwaltung

Da ist zum zweiten die Digitalisierung. „Sie wird die öffentliche Verwaltung in den nächsten zehn Jahren grundlegend verändern“, ist sich Makiolla sicher und verweist auf eine zusätzlich geschaffene Stelle zur Entwicklung einer E-Government-Strategie. Die Digitalisierung werde er zwar nicht vollenden, wolle aber noch Impulse setzen, sagt der Landrat.

Gleiches gilt für die Wirkungsorientierte Steuerung des Kreishaushaltes – das „Lieblingskind“ des Ex-Kreisdirektors Wilk, das nun ohne seinen „Vater“ da steht. Die Verknüpfung der Haushaltsansätze mit strategischen Zielen will Makiolla zumindest so weit vorantreiben, dass sie unumkehrbar ist. Mit Thomas Wilk sei der „politische Treiber leider nicht mehr da“, leichte Verzögerungen seien deshalb nicht auszuschließen.

Arbeitsmarkt bleibt ein Schwerpunktthema

Die Strategiekommission mit den Kreistagspolitikern soll aber wie geplant weiterarbeiten. Makiolla formuliert dazu einen recht offensiven Appell: „Ich erwarte von der Politik, dass sie noch ein bisschen intensiver mitzieht, damit wir das auch ohne Thomas Wilk vorantreiben können.“

Als weitere wichtige Anliegen führt Makiolla die Halbierung der Jugendarbeitslosigkeit an und die Schaffung weiterer, vor allem anspruchsvoller, innovativer Arbeitsplätze zusammen mit der Wirtschaftsförderung.

„Ich werde die Freiheit, die ich jetzt habe, nutzen, um meine Ziele zu erreichen.“
Michael Makiolla

Als „lame duck“ (lahme Ente), wie in den USA ein Präsident in seiner zweiten Amtszeit ohne Aussicht auf Wiederwahl bezeichnet wird, sieht Makiolla sich übrigens ganz und gar nicht. Die Tatsache, sich keiner Wahl mehr stellen zu müssen, habe schließlich auch Vorteile. Makiolla wirkt einerseits entspannt und andererseits entschlossen, wenn er sagt: „Ich werde die Freiheit, die ich jetzt habe, nutzen, um meine Ziele zu erreichen.“

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