Mehr zu tun für Jugendamt des Kreises Unna

dzNeues Unterhaltsgesetz wirkt mit Verzögerung

Seitdem das Gesetz zum Unterhaltsvorschuss geändert worden ist, steigen in diesem Bereich die Fallzahlen stark an. Das ist gut für Alleinerziehende, die das Geld dringend benötigen, beschert aber auch dem Kreis Unna mehr Arbeit.

Kreis Unna

, 23.07.2018, 12:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Kreis Unna ist als Jugendamt für die Gemeinden Fröndenberg, Bönen und Holzwickede zuständig. Seitdem im August vergangenen Jahres das Gesetz zum Unterhaltsvorschuss durch den Bund geändert worden ist, steigen die Fallzahlen stark an, berichtet der Fachbereich Familie und Jugend. Mit der Gesetzesänderung sollen Alleinerziehende unterstützt werden. Kinder, die in getrennt lebenden Elternhäusern aufwachsen, bei denen der unterhaltspflichtige Partner keinen oder unregelmäßig Unterhalt zahlt, sollen durch diese Gesetzesänderung profitieren. Die Gruppe derjenigen, die Anspruch auf Unterhaltsvorschuss hat, sowie die Zahlungsdauer wurden demnach ausgeweitet. Während in den vom Kreis betreuten Kommunen im Jahr 2015 insgesamt noch 261 Anträge auf Unterhaltsvorschuss gestellt wurden, sind es im ersten Halbjahr 2018 bereits 428. Die Tendenz sei weiter steigend, heißt es aus dem Kreishaus. Die Auswirkungen machen sich dadurch, dass ab Juli 2017 laufend Neuanträge gestellt worden sind, erst mit ein wenig Verzögerung bemerkbar. „Durch die verspätete Verkündung des Gesetzes Mitte August 2017 konnte eine Bearbeitung der Fälle erst ab September erfolgen“, sagt Sandra Waßen, Fachbereichsleiterin Familie und Jugend. Die Fallzahlen: Für das erste Halbjahr 2017: 237, für das zweite Halbjahr: 369. Insgesamt lagen die Ausgaben des Kreises für 2017 bei 725.900 Euro. Von den Unterhaltspflichtigen bekam der Kreis insgesamt rund 139.400 Euro wieder (19,2 Prozent).

Für das erste Halbjahr 2018 stehen bereits Ausgaben von rund 578.400 Euro. Durch die etwas geringere Rückholquote von rund 70.400 Euro (12,2 Prozent), sieht es bislang noch etwas schlechter aus. Vergleichszahlen aus dem Jahr 2016 zeigen, dass die Rückholquote jedoch auch noch Luft nach oben hat, damals lag sie bei 31,4 Prozent. Die Frage, ob und wie die unterhaltspflichtigen Partner für die Kosten aufkommen, steht freilich in direktem Bezug zu ihren finanziellen Möglichkeiten. Demnach errechnen sich die Rückholquoten daraus, welche säumigen, aber solventen Unterhaltszahler noch nachträglich Unterhalt aufgebracht haben. Wichtig ist jedoch in jedem Fall, dass die Unterhaltszahlung auch im Säumnisfall nachhaltig gewährleistet werden kann und der alleinerziehende Elternteil das Geld für sein Kind bekommt.

Die Höhe des Unterhaltsvorschusses richtet sich nach dem Alter der Kinder und beträgt seit dem 1. Januar 2018 monatlich:
  • für Kinder von 0 bis 5 Jahren 154 Euro,
  • für Kinder von 6 bis 11 Jahren 205 Euro,
für Kinder von 12 bis 17 Jahren 273 Euro.