Maskenpflicht in Restaurants ist eine Frage der Auslegung

dzCorona-Regeln

Pfingsten ist für Restaurants eigentlich umsatzträchtig. Doch in der Corona-Krise ist das anders. Das Tragen von Masken kann Gäste abschrecken. Die Regelungen dazu sind unterschiedlich.

Kreis Unna

, 31.05.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für viele Gastronomen ist es schwer, die Hygienevorschriften des Gesundheitsministeriums NRW einzuhalten. Die meisten haben inzwischen die Regel aufgestellt, dass am Tisch keine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden muss, auf dem Weg dorthin oder während Toilettengängen aber schon.

Ernst-Dieter Standop, Vorsitzender der Seniorenunion Kamen, bezweifelt, dass das wirklich erforderlich ist. Er hat sich an die Stadt Kamen gewendet und um Aufklärung gebeten. Immerhin müssen die Ordnungsbehörden die Einhaltung der Vorschriften überwachen und das Regelwerk kennen.

Keine gesetzliche Vorgabe

Und siehe da: Aus der Antwort, die Standop erhalten hat, geht hervor, dass es eine solche gesetzliche Vorgabe nicht gibt. „Nach jetziger Gesetzeslage ist es in NRW nicht eindeutig vorgeschrieben, dass Gäste in Gaststätten, sofern sie sich nicht am Tisch befinden, zum Beispiel beim Aufsuchen der Toiletten, Gesichtsmasken zu tragen haben“, heißt es seitens der Stadt.

Eine Pflicht zum Tragen der Gesichtsmasken auch für die Gäste könne allenfalls aus Paragraf 2 der Corona-Schutzverordnung abgeleitet werden, sofern der Sicherheitsabstand von 1,5 Metern bei der Erbringung bzw. Inanspruchnahme einer Dienstleistung nicht eingehalten wird. Da allerdings für Gaststätten vorgeschrieben sei, dass Gänge zum Ein-/Ausgang, zur Küche, zu Toiletten etc. eine ausreichende Durchgangsbreite haben müssten, lasse sich auch hier keine zwingende Maskentragepflicht ableiten.

Hygienekonzepte in Restaurants

Bedeutet: Gastronomen sind keineswegs verpflichtet, das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung von ihren Gästen zu verlangen. Tun sie es trotzdem, müssen sich Gäste aber an die aufgestellten Regeln halten, denn die Wirte haben das Hausrecht und setzen eigene Hygienekonzepte um.

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Die Stadt Kamen begrüßt, dass die Gastronomen auf Nummer sicher gehen. In der Antwort an Standop heißt es: „Auch wenn sich innerhalb von Gaststätten für Gäste keine Verpflichtung zum Tragen einer Maske ergibt, ist es sicherlich nicht verkehrt, wenn dazu geraten wird, denn jede Maßnahme die zur Unterbindung der Virusverbreitung beiträgt, kann keine schlechte Maßnahme sein.“

Dass Gaststätten zum Infektionsherde werden können, hatte sich nicht nur in Ischgl gezeigt. Auch bei einer Feier in einem Restaurant im ostfriesischen Leer hatten sich am 15. Mai mehr als 30 Personen mit dem Coronavirus angesteckt.

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