Blutspendedienst sucht nach Räumen - Stadthalle Unna springt ein

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Der Blutspendedienst West des Deutschen Roten Kreuzes sucht Räume, in denen er im Kreis Unna Blutspenden empfangen kann. Die Schließung von immer mehr Einrichtungen bereitet große Sorgen.

Kreis Unna

, 16.03.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Diese Woche sollte am Hansa-Berufskolleg eigentlich ganz im Zeichen von Blutspenden stehen. Lange geplant, sollte in der Blutspendewoche an dem Vormittag die Chance bestehen, Blut abzuzapfen. Der Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) hatte zudem erklärt, mögliche Spender von außen würden ebenfalls zugelassen.

Nun aber bestimmt das Coronavirus das Leben der Menschen. Das Hansa-Berufskolleg wird am Mittwoch komplett geschlossen. Damit ist auch die Blutspendewoche gescheitert. Für das DRK ist das bedauerlich, möchte es doch gerade junge Menschen zur Blutspende bewegen.

DRK lockt mit Desinfektionsmittel

Blutkonserven werden dringend benötigt, auch in Zeiten des Coronavirus. Und theoretisch gibt es auch keine Probleme, auch jetzt Blut zu spenden.

Passend zur aktuellen Situation werden, wie hier an der Hauptschule Kamen, bei Blutspendeaktionen kleine Flaschen mit Händedesinfektion als Dankeschön-Präsente an die Spender verteilt - hier durch DRK-Helferin Katja Brezovnik.

Passend zur aktuellen Situation werden, wie hier an der Hauptschule Kamen, bei Blutspendeaktionen kleine Flaschen mit Händedesinfektion als Dankeschön-Präsente an die Spender verteilt - hier durch DRK-Helferin Katja Brezovnik. © Marcel Drawe

Das DRK lockt Interessierte aktuell mit Gratis-Fläschchen Desinfektionsmittel zu den Spendeterminen - angesichts des Coronavirus ein besonders begehrtes Gut.

Regeln

Spenden trotz des Coronavirus

  • Grundsätzlich gilt: Wer Blut spenden möchte, sollte sich gesund und fit dafür fühlen. Die aktuell geltenden Zulassungsbestimmungen für die Blutspende gewährleisten weiterhin einen hohen Schutz für Blutspender und Empfänger.
  • Menschen mit grippalen oder Erkältungs-Symptomen sollen sich erst gar nicht auf den Weg zu einer Blutspendeaktion machen, die anwesenden Ärzte auf den Blutspendeterminen werden sie nicht zur Spende zulassen. Das gilt auch für Spendewillige, die vom Coronavirus betroffene Risikogebiete bereist haben.

Allerdings gibt es immer weniger Spendetermine. Die fünf Ausfälle am Hansa-Berufskolleg sind nicht die einzigen im Kreis Unna. Auch die Blutspende im Unnaer Rathaus am 23. März kann nicht wie geplant durchgeführt werden. Wenn das DRK den Termin in seinen eigenen oder anderen Räumen durchführen könne, spreche da aber nichts gegen, erklärte Stadtsprecher Christoph Ueberfeld. Blut werde gebraucht.

Stephan Jorewitz, Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim Blutspendedienst West, macht deutlich, wie schwierig die Situation ist: „Alle Termine erarbeiten wir uns tagesaktuell und können noch keine weitreichenden Infos publizieren, da wir auch wir auf die politischen Entscheidungen warten und lediglich reagieren können.“

DRK sieht Versorgungsauftrag gefährdet

„Wir möchten an dieser Stelle aber betonen, dass wir dringend auf jedes Spendelokal angewiesen sind!“, erklärt das DRK auf seinen Internetseiten. Mehrten sich die Absagen bereits gebuchter Spendelokale, könne dies zu erheblichen Problemen führen - bis hin zu einer Situation, in der das DRK seinen Versorgungsauftrag nicht mehr erfüllen könne.

Umso wertvoller ist das Angebot von Unna Marketing, die Unnaer Stadthalle als Ersatzräumlichkeit für das Rathaus zur Verfügung zu stellen. Horst Bresan, Geschäftsführer von Unna-Marketing, verwies auf noch laufende Gespräche.

Immerhin konnte am Montag an der Hauptschule in Kamen-Mitte die Blutspendeaktion wie geplant durchgeführt werden.

Unter www.blutspendedienst-west.de/blutspendetermine können sich Interessierte jederzeit darüber informieren, wo sie Blut spenden können.
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