Zweiter Lockdown: Roland Schäfer appelliert an das Gemeinschaftsgefühl

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Bergkamens Bürgermeister Roland Schäfer wirbt in seiner Funktion als Präsident des Städte- und Gemeindebundes NRW um Verständnis für den „Lockdown light“, der am 2. November in Kraft tritt.

Unna, Bergkamen, Kamen, Fröndenberg, Holzwickede

, 29.10.2020, 14:16 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Wochenende scheidet Roland Schäfer aus seinem Amt als Bergkamener Bürgermeister aus. Noch ist er aber auch Präsident des Städte- und Gemeindebundes Nordrhein-Westfalen. In dieser Funktion ruft er dazu auf, die zweite Corona-Welle mit vereinten Kräften zu bekämpfen.

Schäfer macht keinen Hehl daraus, dass die angekündigten Maßnahmen die Kommunen in NRW hart treffen: „Die Auflagen sind aus Sicht der Städte und Gemeinden für Bürger und Unternehmen eine Zumutung, aber das vielversprechendste Mittel zur Eindämmung der Pandemie.“

Die Wucht, mit der die zweite Welle angerollt sei, habe alle überrascht, so Schäfer: „In nur zwei Wochen hat sich fast ganz NRW in ein einziges Risikogebiet verwandelt. Wenn wir die Welle jetzt nicht brechen, stößt das Gesundheitssystem im Dezember zwangsläufig an seine Grenzen. Das exponentielle Wachstum zwingt uns, frühzeitig Maßnahmen zu ergreifen.“

Schäfer weiß, dass insbesondere die Innenstädte unter den angekündigten Auflagen leiden. „Uns allen stehen dunkle Wochen bevor. Wenn Kultur- und

Gastronomiebetriebe schließen und das öffentliche Leben drastisch

zurückgefahren wird, hat das auch Auswirkungen auf die Innenstädte, die wir

doch eigentlich mit neuem Leben füllen wollen.“

Schäfer setzt auf Finanzhilfen

Schäfer weiß, dass die Städte und Gemeinden besorgt sind und hoffen, dass sich die Unternehmen mit den Hilfen von Bund und Land über die Zeit retten können. Laut Ankündigung sollen Betriebe, die vom Lockdown betroffen sind, mit 75 Prozent ihres Umsatzes im November des Vorjahres unterstützt werden. Schäfer: „Wichtig ist nun, dass das Geld den Unternehmen schnell und unbürokratisch zur Verfügung gestellt wird. Die meisten haben unendlich viel Energie in den Infektionsschutz und sichere Hygienekonzepte gesteckt. Die Betriebe verdienen unsere volle Solidarität.“ Schäfer verspricht, die Kommunen würden die Unternehmen mit allem unterstützen, was ihnen möglich ist.

„Es liegt nun an uns. Nur mit vereinten Kräften können wir die Welle brechen.“
Roland Schäfer

Trotz des Blicks auf „dunkle Zeiten“ blickt Schäfer optimistisch voraus: „Was uns Hoffnung macht, ist die Tatsache, dass wir nicht unvorbereitet in die

nächsten Wochen stolpern. Städte und Gemeinden können zurückgreifen auf

die vielen Instrumente zur Unterstützung von Menschen und Unternehmen,

die sie schon im Frühjahr entwickelt haben, zum Beispiel Online-Portale für

den Handel oder Nachbarschaftsnetzwerke.“

Schäfer appelliert an die Menschen, soziale Kontakte vorübergehend auf ein Minimum zu beschränken: „Es liegt nun an uns. Nur mit vereinten Kräften können wir die Welle brechen.“

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