Krisen und Katastrophen in Zeiten von Twitter – bislang für Kreis Unna nur eine Übung

dzBombenentschärfung Dortmund

Bomben entschärft, Explosion verhindert: Was dem Kampfmittelräumdienst am Sonntag in Dortmund gelang, will der Kreis Unna in künftigen Krisenfällen ebenfalls schaffen. Auch in den Sozialen Medien.

Kreis Unna

, 13.01.2020, 16:01 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Kreisverwaltung hatte die Bombenentschärfung in der Dortmunder Innenstadt am Sonntag dazu genutzt, um in einer Übung das Funktionieren ihres eigenen Krisenstabes zu überprüfen. Eine besondere Rolle spielte dabei die Überwachung der Medien.

Mit diesem Übungsszenario eines sogenannten Medienmonitoring betrat man beim Kreis Neuland. Der Hintergrund leuchtet ein: In Krisen- und Katstrophenfällen kann jede fehlende Information der Öffentlichkeit oder Falschmeldung zu Unruhe in der Bevölkerung führen.

Medienmonitoring soll auch Gerüchten entgegenwirken

Daher hat Medienmonitoring wenig mit Zensur, sondern mit dem Aufklären der Sachlage und mit Gegensteuern der Behörden bei kursierenden Gerüchten zu tun.

„Wer berichtet was, wer kommentiert was und muss darauf reagiert werden? Antworten auf solche Fragen gehören heutzutage zum Krisenmanagement selbstverständlich dazu“, bringt es Constanze Rauert, Leiterin der Stabstelle Presse und Kommunikation beim Kreis Unna, auf den Punkt.

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Kreis auf Facebook, Instagram und Twitter

  • Unter www.facebook.com/KreisUnna gibt die unter anderem für den Internetauftritt des Kreises verantwortliche Stabsstelle Presse und Kommunikation Hinweise zu verschiedenen Veranstaltungen des Kreises sowie Service-Tipps und natürlich Informationen über Aktuelles aus dem Kreishaus.
  • Instagram ist ein Soziales Netzwerk, bei dem Fotos und Videos aufgenommen und geteilt werden können. Aussagekräftige Bilder mit einem kurzen erklärenden Text – darauf setzt jetzt auch der Kreis Unna. www.instagram.com/kreis_un
  • Noch relativ wenig nutzt die Öffentlichkeitsarbeit beim Kreis Unna den Kanal Twitter; dies könnte sich allerdings künftig auch ändern. www.twitter.com/kreis_UN

In den Blick nimmt ein Krisenstab nicht nur die Berichterstattung in Presse, Hörfunk und Fernsehen. Mindestens genau so wichtig ist für die Krisenmanager die Beobachtung der Sozialen Medien.

Das können Einträge von besorgten Bürgern bei Facebook ebenso sein wie alarmistische Stimmungsmache über Twitter. „Das ist eine große Herausforderung“, so Constanze Rauert. Daher sei die Übung am Sonntag auch sehr wichtig und erkenntnisreich gewesen.

Die Stadt Dortmund nutzte im Rahmen der Bombenentschärfung ihren Twitter-Account, um ihre offiziellen Mitteilungen unter die Einwohner zu bringen. „Von Dortmund lernen“, lautete daher auch ein Motto am Wochenende bei der Kreisverwaltung.

Auf Posts von Menschen in den Sozialen Netzwerken könnten die Behörden schnell reagieren, soweit es denn erforderlich ist. Häuften sich etwa Nachrichten darüber, dass benötigte Informationen oder Hilfe nicht zu erlangen sind, sei das für den Krisenstab ein Anlass tätig zu werden.

Bei Bedarf schnellstmöglich Hilfe organisieren

Schließlich bindet ein Katastrophenfall auch Feuerwehr und Rettungsdienste in besonders hohem Maße, sodass für persönliche Notfälle, die zur selben Zeit auftreten, womöglich Hilfe von Bereitschaftsdiensten im Umkreis organisiert werden muss.

In Dortmund beobachteten die Behörden, als unschöne Begleiterscheinung, auch Postings von Gruppen, die sich das Explodieren der Bomben-Blindgänger etwa in der Neonazi-Szene wünschten.

Aufgabe der Behörden müsse es daher auch sein, das Aufkeimen von gewaltvollen Entwicklungen möglichst frühzeitig zu unterdrücken.

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