Kreisjugendamt will Kita-Beiträge für Juni erlassen - Fröndenberg schreibt Mehrkosten auf

dzKindergärten

Die Beiträge für die Kitas werden den Eltern im Juni erlassen, im Juli sollen sie wieder erhoben werden. Fröndenberg und Holzwickede tragen diese Entscheidung mit. Coronabedingte Mindereinnahmen werden die Kommunen separieren.

Fröndenberg, Holzwickede

, 03.06.2020, 11:07 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das NRW-Familienministerium und die kommunalen Spitzenverbände hatten vereinbart, dass Eltern sowohl für Juni als auch für Juli nur jeweils 50 Prozent der Beiträge zahlen sollen. Das Kreisjugendamt hat die Regelung vereinfacht.

Ab dem 8. Juni können Kinder auch wieder in die Kitas und Kindertagespflegen in Bönen, Fröndenberg und Holzwickede zurückkehren. Auf die Formel „Im Juni nicht zahlen, im Juli zahlen“ bringt nun Familiendezernent Torsten Göpfert die weitere Entlastung von Eltern.

Entlastung der Eltern steht bei Entscheidung im Vordergrund

Die 50-Prozent-Regelung für die beiden Monate hätte einen enormen verwaltungstechnischen Aufwand bedeutet, teilt Göpfert mit. 2000 Beitragszahler überweisen die Kitabeiträge oder lassen sie abbuchen.

Nach den Vorstellungen von Ministerium und Spitzenverbänden hätte der Kreis „jeden Zahlungsvorgang zweimal anfassen, berechnen und abrechnen“ müssen, so Göpfert.

Fröndenberg und Holzwickede tragen die Entlastung der Eltern mit - auch vor dem Hintergrund, dass sich ein deutlich höhere Jugendamtsumlage für die beiden Kommunen abzeichnet.

Peter Holterhöfer, Leiter des Finanzteams im Fröndenberger Rathaus, sieht den Verzicht auf die Beiträge als Teil der Solidarleistung, die derzeit von Staat und Kommunen erbracht werde. „Eltern sind schon besonders belastet worden“, so Holterhöfer.

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Die Mindereinnahmen im Bereich der Kitabeiträge seien bisher auch noch „überschaubar“. Zudem werde Fröndenberg von der Möglichkeit Gebrauch machen, coronabedingte Kosten im Haushalt zu isolieren und Liquidität durch die NRW-Bank abzusichern.

Kitas arbeiten ab dem 8. Juni noch nicht mit voller Kraft

Das Land hat den Kommunen die Möglichkeit eröffnet, pandemiebedingte Kosten im Jahresabschluss zu isolieren, diese in der Bilanz in einem gesonderten Posten zu aktivieren und dessen Auflösung in Form von linearer Abschreibung über einen Zeitraum von 50 Jahren zu ermöglichen.

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Auch Holzwickedes Beigeordneter Bernd Kasischke geht konform mit dem in Düsseldorf ausgehandelten Beitragsverzicht. „Wir freuen uns, dass wir die Bürger entlasten können“, so Kasischke.

Hintergrund der vom Land auf den Weg gebrachten neuerlichen Beitragsreduzierung ist der auch nach dem 8. Juni qualitativ und quantitativ noch nicht wieder mit voller Kraft arbeitende Betrieb in Kitas und Kindertagespflege. Die Einnahmeausfälle schultern - wie bei vergleichbaren Regelungen im April und Mai - Land und Kommunen zu gleichen Teilen.

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