Begehrte Intensivbetten: Krankenhäuser aktivieren alle verfügbaren Kapazitäten

dzGesundheit

Mit den Sorgen vor der Ausbreitung des Coronavirus sind Intensivbetten in den Fokus geraten. Krankenhäuser brauchen sie für infizierte Patienten. Und sie aktivieren alle Kapazitäten.

Kreis Unna

, 14.03.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

Das Coronavirus stellt auch die Krankenhäuser im Kreis Unna vor große Herausforderungen. Mit Hochdruck arbeiten etwa die Kliniken in Unna und Kamen daran, die Kapazitäten bei den Intensivbetten zu erhöhen. Das zeigt eine Anfrage dieser Redaktion.

„Gerade arbeiten Ärzte, Pflegende und Management intensiv daran, alle verfügbaren Kapazitäten zu aktivieren“, erklären das Katharinen-Hospital und das Evangelische Krankenhaus Unna (EK) in einer gemeinsamen Antwort.

Aktuell verfügt das Katharinen-Hospital über 16 Intensivbetten, am Evangelischen Krankenhaus stehen zehn Intensivbetten zur Verfügung. Sauerstoffzufuhr steht in beiden Einrichtungen in sämtlichen Patientenzimmern zur Verfügung.

Noch keine Plätze für Corona-Patienten benötigt

Noch wurden in Unna keine Plätze für Corona-Patienten benötigt. Dennoch würden aktuell alle planbaren Operationen und Eingriffe verschoben, um Kapazitäten für mögliche Corona-Patienten freizuhalten.

Das Hellmig-Krankenhaus wollte sich nicht dazu äußern, wie groß die Zahl der verfügbaren Intensivbetten ist. Auch dort steht eine Sauerstoffzufuhr aber in allen Patientenzimmern zur Verfügung.

Wo und in welchem Umfang nach den Vorgaben von Bund und Land intensivmedizinische und speziell Beatmungskapazitäten ausgebaut würden, werde zentral im Klinikum Westfalen gesteuert. Zu diesem Verbund gehört die Kamener Klinik. „Das Hellmig-Krankenhaus würde selbstverständlich bei Bedarf sämtliche Behandlungs- und Überwachungsmöglichkeiten einsetzen“, erklärte Klaus-Peter Wolter, Pressesprecher und Leiter Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit, im Hellmig-Krankenhaus.

Krankenbesuche

Laschet: „Nur noch in Ausnahmen“

  • Alle Krankenhäuser im Kreis Unna sind bemüht, Krankenbesuche weitestgehend zu unterbinden. Dafür hatten sie die Regel „maximal ein Besucher pro Patient pro Tag“ aufgestellt.
  • In seiner Pressekonferenz erklärte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, Kranken- und Pflegebesuche seien nur noch in wenigen Ausnahmefällen möglich und ansonsten verboten. Damit wird die bisherige Regelung noch einmal verschärft.

Bisher wurden in Kamen noch keine Patienten auf Corona Sars-CoV-2 getestet. Katharinen-Hospital und EK erklären: „Grundsätzlich ist für die Tests das Kreis-Gesundheitsamt zuständig; in Einzelfällen wurden bei Patienten in den Häusern bei entsprechender Symptomatik auch Testungen durchgeführt. Bisher alle mit negativen Ergebnissen (Stand 13. März, 11 Uhr).“

Eigene Station für Corona-Patienten

„Für akut behandlungsbedürftige Menschen, Notfälle wie beispielsweise Schlaganfall oder Herzinfarkt, schwer erkrankte Patienten sowie im Falle des Katharinen-Hospital die Geburten stehen die Krankenhäuser selbstverständlich in gewohnter Weise zur Verfügung“, teilen die Unnaer Kliniken mit.

Sollten erste Corona-Patienten in den Krankenhäusern sein, würden diese räumlich von den Patienten mit anderen Erkrankungen auf einer eigens dafür vorgesehenen Station separiert.

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