Kontaktverbot in Kamen: „Es sind Maßnahmen, die auch mir nicht leichtfallen“

dzVideoansprache von Elke Kappen

Mehr Präsenz der Sicherheitskräfte, Jugendmitarbeiter, die beliebte Plätze kontrollieren, und Polizeikontrollen: So kontrolliert die Stadt Kamen, wie das Kontaktverbot eingehalten wird.

Kamen

, 24.03.2020, 17:42 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Präsenz des Kamener Ordnungsdiensts wurde ausgeweitet. Ab dieser Woche haben unter anderem auch Mitarbeiter des Bauhofes, der Gewerbeaufsicht und der Schulverwaltung, Streetworker und zusätzliche Sicherheitskräfte ein Auge darauf, ob das Kontaktverbot, das Bund und Länder am Wochenende beschlossen haben, eingehalten wird. Auch die Polizei ist involviert.

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Wie überall in Deutschland, müssen auch die Kamener Abstand halten und dürfen sich nur noch mit einer Person außerhalb ihres eigenen Haushaltes draußen treffen. Wer sich widersetzt, dem drohen hohe Bußgelder. Treffen sich in NRW mehr als zwei Personen in der Öffentlichkeit, die nicht direkt verwandt sind, werden 200 Euro von jedem Beteiligten fällig. Die neuen Regeln sind von den Kommunen umzusetzen.

Bürgermeisterin bedankt sich in einer Videoansprache

„Es sind Maßnahmen, die auch mir nicht leicht fallen“, sagt Bürgermeisterin Elke Kappen in einer Videoansprache, die sie nun direkt an die Bürger richtet. Sie stellt die Maßnahmen in Kamen vor und nutzt die Gelegenheit, jenen zu danken, die Hilfsbereitschaft und Solidarität zeigen, indem sie Risikogruppen unterstützen und jenen, die Außergewöhnliches leisten – vom Pflegepersonal und Ärzten bis hin zu Kräften in den Lebensmittelgeschäften.

Sicherheitskräfte haben schon vor der Corona-Krise die Fußgängerzone kontrolliert. Nun sind zwei zusätzliche Kräfte im Einsatz.

Sicherheitskräfte haben schon vor der Corona-Krise die Fußgängerzone kontrolliert. Nun sind zwei zusätzliche Kräfte im Einsatz. © Carsten Fischer (Archiv)

Sie dankt auch jenen Bürgern, die sich schon an das Verbot von Ansammlungen halten, erklärt aber auch, wie die Verwaltung dafür Sorge tragen wird, dass alle Kamener die (neuen) Regeln einhalten werden. Abstand zu halten und sich nicht in Gruppen zu treffen sei eine lebenswichtige Maßnahme. „Halten Sie Abstand. Nicht emotional, sondern körperlich. Auch wenn es schwerfällt.“

Video
Videoansprache von Bürgermeisterin Elke Kappen

Elke Kappen appelliert an Jugendliche

Im zweiten Teil ihrer Ansprache redet Kappen speziell die Jugendlichen an, die sich immer noch in Gruppen treffen. Sie verstehe, dass sie sich am liebsten mit Gleichaltrigen treffen wollen, anstatt zu Hause zu bleiben. Doch jetzt gehe es um etwas Außergewöhnliches: „Für Menschen geht es um Leben und Tod.“ Kappen ist sicher, dass die bislang uneinsichtigen Jugendlichen ihr Verhalten ändern, wenn sie noch einmal darüber nachdenken.

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Und dennoch sind Kontrollen notwendig. Streetworker und Mitarbeiter aus den Jugendzentren sind aktiviert, um verstärkt an beliebten Plätzen unterwegs zu sein. Neben mehr internen Mitarbeitern sind ab dieser Woche auch mehr Sicherheitskräfte unterwegs. Zwei zusätzliche Sicherheitskräfte patrouillieren in der Innenstadt/Fußgängerzone. Am Wochenende ist das Personal bis nachts auf den Beinen.

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