Keine Maske: Galeria Kaufhof verbietet Frau aus Unna den Gang zur Toilette

dzCorona-Pandemie

Ikea ist nicht allein: Nachdem das Möbelhaus einer Frau den Zutritt verwehrte, weil sie keine Maske trug, wurde nun ein weiterer Fall bekannt. Auch diese Frau war von der Maskenpflicht befreit.

Unna

, 30.05.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Offenbar tun sich vor allem große Unternehmen damit schwer, die Corona-Regeln konsequent umzusetzen. Nachdem Ikea bereits einer Frau das Betreten des Möbelhauses in Kamen untersagte, weil sie keine Maske trug, gibt es nun einen weiteren, ähnliche Fall. Im Fokus diesmal Galeria Kaufhof in Dortmund.

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Eine 70 Jahre alte Frau aus Unna war schon in dem Geschäft am Westenhellweg, als sie auf der Rolltreppe auf einen Security-Mitarbeiter traf. Eine Mund-Nasen-Bedeckung trug sie nicht. Mit Maske bekommt sie binnen weniger Sekunden schwere Herz-Rhythmus-Störungen – deswegen hatte ihr Internist ihr ein Attest gegeben, das sie von der Maskenpflicht befreit.

Einkauf mit Attest, aber ohne Maske

Bislang hatte die Unnaerin auch noch nie Probleme. „Selbst kleine Geschäfte gucken kurz auf das Attest, dann ist das kein Problem“, berichtet sie. Bei Galeria Kaufhof war sie gerade auf dem Weg zur Toilette und deswegen auf der Rolltreppe. Eine Erkrankung macht etwa alle 30 Minuten einen Toilettengang erforderlich.

„Der Mann von der Security sagte mir, ich müsse sofort das Geschäft verlassen“, erinnert sich die 70-Jährige an Mittwochnachmittag. Sie habe noch gefragt, ob sie wenigstens noch kurz den dringenden Toilettenbesuch machen könne. Doch auch der wurde ihr untersagt.

„Ich habe natürlich mein Attest vorgezeigt, doch das hat den überhaupt nicht interessiert“, sagt die Unnaerin. Der Mann habe ihr mitgeteilt, dass es bei Galeria Kaufhof keine Ausnahmen gebe – auch nicht mit Attest.

Betroffene fühlt sich diskriminiert

Die Frau fühlt sich diskriminiert. „Es muss doch möglich sein, dass ich wenigstens zur Toilette gehen kann. Auch kranke und behinderte Menschen brauchen auch mal ein neues Kleidungsstück“, sagt sie. Bei Galeria Kaufhof war der Einkauf abrupt beendet. Immerhin konnte die Unnaerin in einem Geschäft in unmittelbarer Nähe zur Toilette gehen – ohne jedes Problem. „Ich habe da auch ein Café, wo ich jederzeit hingehen kann“, sagt sie.

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Der Ärger über das Verhalten des Sicherheitsmannes ist bis heute nicht verraucht. Der Ehemann der Betroffenen hat sich inzwischen auch telefonisch an das Unternehmen gewendet. Ohne Erfolg. „Das hat die gar nicht interessiert“, berichtet die 70-Jährige.

Das Unternehmen Galeria Karstadt Kaufhof war am Freitag für unsere Redaktion nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

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