(K)ein großer Wurf: Warum Schulen für die Digitalisierung einen langen Atem brauchen

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Die Digitalisierung von Schulen ist ein langer und steiniger Weg. Der Kreis Unna ist nun einen wichtigen, aber auch längst überfälligen Schritt weiter gekommen.

Kreis Unna

, 06.12.2019, 17:59 Uhr / Lesedauer: 2 min

Alle reden über Digitalisierung. Der Weg dahin ist mitunter steinig, wie eine an sich unscheinbare Nachricht aus der Schullandschaft zeigt. Die Digitalisierung der Schulverwaltung des Kreises Unna steht kurz vor dem Abschluss.

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Das bedeutet letztlich nichts anderes, als dass die Schulen in Trägerschaft des Kreises Unna an das Zentrale Verwaltungsnetz angeschlossen werden. Oder einfacher ausgedrückt: Die sechs Förderschulen und fünf Berufskollegs mit insgesamt 14 Standorten sollen in demselben Netzwerk wie etwa die Mitarbeiter im Kreishauses arbeiten. Spätestens Ende des ersten Quartals 2020 soll auch der letzte Arbeitsplatz angeschlossen sein.

290.000 Euro für Anbindung der Schulstandorte investiert

Das klingt erst mal kleiner als es ist. 290.000 Euro investiert der Kreis Unna dafür, dass Hard- und Software überall auf denselben Stand gebracht werden – Administration und Support durch die rund 30-köpfige IT-Abteilung der Kreisverwaltung inklusive. 120 zusätzliche Computerarbeitsplätze und 900 Benutzerkonten haben die Fachleute seit 2016 sukzessive in das Netzwerk der Kreisverwaltung integriert. Mit der Folge, dass nun alle Daten der Schulen zentral auf den Servern im Rechenzentrum der Kreisverwaltung gespeichert sind. Das bringt gleich mehrere Vorteile mit sich.

Datensicherheit an Schulen des Kreises jetzt ungleich höher

Erstens: Das Schulpersonal kann über sichere Verbindungen von überall aus auf die Server zugreifen; Daten müssen also nicht mehr auf privaten Computern gespeichert werden. Die Daten sind immer verfügbar, aber ungleich höher gesichert als auf etwaigen Endgeräten. Und das Thema Datensicherheit – das nicht nur im Lichte der DSGVO – kann heute gar nicht hoch genug bewertet werden.

Zweitens: Die Administration der IT an den Schulen erfolgt jetzt zentral durch ausgebildetes Fachpersonal der Kreisverwaltung, wo sich zuvor in Personalunion häufig Lehrer mit mehr oder weniger fundiertem Wissen drum gekümmert haben.

Anbindung ans Verwaltungsnetz war längst überfällig

Natürlich: Dass so ein Schritt auch im Jahr 2019 noch als fortschrittlich deklariert wird, kann man belächeln – er ist freilich längst überfällig, da sind sich auch die Protagonisten von Kreis- und Schulverwaltung einig. Allein: Die Kapazitäten sowohl finanzieller als auch personeller Natur setzen – wie so häufig in Kommunalverwaltungen – Grenzen.

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Und: Schon die vollständige Anbindung der digitalen Schulverwaltung war ein Mammutprojekt für den Kreis Unna, da ist von der Digitalisierung der pädagogischen Ebene im Schulalltag noch gar nicht die Rede. Rund 10.000 Schüler zählen die Schulen in Trägerschaft des Kreises Unna in Summe; das würde noch einmal 10.000 Benutzerkonten und mindestens dreieinhalb- bis viertausend zusätzliche Endgeräte bedeuten.

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Trotz Digitalpakt: Steiniger Weg zur vollständigen Digitalisierung

Zukunftsmusik, trotz Digitalpaktes. Denn auch wenn die NRW-Landesregierung sich „fest entschlossen“ gibt, „bei der Digitalisierung der Schulen in NRW den begonnenen und umfassenden Aufholprozess konsequent fortzusetzen“. Umsetzen müssen es am Ende Schulen und ihre Träger. Licht am Horizont ist der Medienentwicklungsplan, den der Kreistag im März als konkrete Planung für den Einsatz von Medien in Schulen verabschieden soll.