Kandidatenkür wird für die Linke im Kreis Unna zum Befreiungsschlag

dzKommunalwahlen 2020

Für die Linke im Kreis Unna ist die Wahl zum Kreistag ein Signal des Aufbruchs. Nach dem 13. September – so der Wunsch – soll die Fraktion endlich wieder mit einer Stimme sprechen.

Kreis Unna

, 13.06.2020, 14:36 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gerade eben erst zum Spitzenkandidaten der Linken für den Kreistag gewählt, ergriff Udo Gabriel das Wort: „Eine ähnliche Abzocke der Fraktion wie durch den alten Fürsten Sell wird es mit mir nicht geben.“ Damit rechnete Gabriel noch einmal mit dem Fraktionsvorsitzenden ab, der längst nicht mehr Mitglied der Partei Die Linke ist.

Der 63-jährige Gabriel, schon von 2002 bis 2009 Mitglied des Kreistags, versprach, mit ihm werde es keine Hinterzimmerpolitik mehr geben. Die Worte des Spitzenkandidaten stehen symbolhaft für den Befreiungsschlag, den die Linke spürt. Mit vielen neuen Kandidaten, aber auch erfahrenen Politikern will die Linke ihre drei Mandate mindestens halten. Auf der Reserveliste stehen zwölf Namen – es sollte ja nicht so aussehen, als verfüge die Partei nicht über genug engagierte Menschen.

Zwei starke Frauen hinter dem Spitzenmann

Dennoch weiß auch die Linke, dass wohl maximal sechs Listenplätze erforderlich sein werden. Hinter Udo Gabriel stehen mit Petra Weber, Sprecherin des Kreisverbandes und Fraktionschefin im Unnaer Stadtrat, und Katja Wohlgemuth zwei starke Frauen. So sehen es Parteirichtlinien vor. Auf den Plätzen vier bis sechs folgen Karl-Heinz Schimpf, Sandra Dee-Schülken und Wolfgang Voesch. Die Listenplätze sieben bis zwölf besetzen Timo Putzer, Oliver Schröder, Andreas Meier, Barbara Möller, Lukas Fritsch und Till Peters.

In der Aula des Märkischen Berufskollegs besetzte die Linke unter Corona-Schutzbedingungen zudem sämtliche 30 Wahlbezirke mit Direktkandidaten. Dazu gehören Frauen ebenso wie Männer. Dennoch würde sich Katja Wohlgemuth wünschen, dass der Frauenanteil in ihrer Partei noch größer wird. Auch deshalb kandidiert sie für den Kreistag.

Gabriel: „Sind gut aufgestellt“

Keiner der Kandidaten erhielt weniger als 18 der möglichen 21 Stimmen. Damit präsentierte die Linke große Einigkeit. „Wir sind gut aufgestellt“, findet Udo Gabriel. Jetzt gelte es, im Wahlkampf gemeinsam die Ärmel hochzukrempeln. Die Besetzung aller Wahlbezirke bedeute nicht schon den Einzug in Kreistag.

Gabriel ist ein Gründungsmitglied der Linken. Zuvor gehörte er bereits der PDS an, seit diese in Nordrhein-Westfalen aktiv geworden war.

Lehrreiche Legislaturperiode für die Linke

Dass die ablaufende Legislaturperiode für die Kreis-Linke lehrreich war, zeigten Erklärungen von Petra Weber und Katja Wohlgemuth. Beide kündigten an, selbst im Falle von Problemen ihr Kreistagsmandat nicht halten zu wollen, sondern es an die Partei zurückzugeben – anders als der noch amtierende Fraktionschef Sell.

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