Kamikaze auf der Autobahn: Festnahme nach filmreifer Verfolgungsjagd über A1 und A44

dzPolizei

Kamikaze auf der Autobahn: Der Polizeibericht liest sich wie das Drehbuch einer Actionserie. Es gleicht einem Wunder, dass bei einer Verfolgungsjagd über A1 und A44 niemand verletzt wurde.

Kreis Unna

, 04.12.2019, 12:53 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Dienstagnachmittag gingen gleich mehrere Notrufe bei der Polizei ein. Die Anrufer berichteten schier Unglaubliches. Auf der A1 bei Volmarstein war ein Auto mit einem offenkundig betrunkenen Fahrer am Steuer unterwegs, der den Anrufern zunächst durch eine Schlangenlinienfahrt und dann durch eine besonders gefährliche Aktion aufgefallen war.

Durch Rettungsgasse gerast und mehrere Autos beschädigt

Er raste mit seinem Auto im Bereich einer Baustelle durch eine Rettungsgasse, touchierte dabei mehrere Außenspiegel im Stau stehender Fahrzeuge und krachte schließlich auf das Heck eines Fahrzeugs.

Dessen 19-jähriger Fahrer konnte es kaum fassen. Zwar war auch der offenkundig betrunkene Kamikazefahrer an der Unfallstelle kurz ausgestiegen; nahm jedoch nur die Karte der Versicherungsgesellschaft des Jugendlichen entgegen, stieg dann wieder in sein Auto, setzte zurück und seine halsbrecherische Fahrt fort.

Fluchtversuch im Kreuz Dortmund/Unna zunächst erfolgreich

Kurz vor der Raststätte Lichtendorf bei Holzwickede heftete sich dann die Polizei ans Heck des VW. Mehrere Versuche, ihn anzuhalten, blieben jedoch erfolglos: „Unter anderem, weil sich der Fahrer immer wieder zu riskanten Manövern und Beinahe-Chrashs mit dem Streifenwagen hinreißen ließ“, wie die Autobahnpolizei Dortmund schreibt.

Im Autobahnkreuz Dortmund/Unna verloren die Beamten den Kamikazefahrer zunächst aus den Augen, nachdem dieser in einem abrupten Manöver auf die A44 gewechselt war. Dort hielt ein weiterer Streifenwagen Ausschau nach dem Fahrzeug – und wurde in Höhe des Parkplatzes „Buchenhain“ schließlich fündig.

Das Auto des Kamikazefahrers stand auf dem Seitenstreifen, der Fahrer selbst saß telefonierend auf dem Fahrersitz. Der Aufforderung der Beamten, die Tür zu öffnen, kam er nur zögerlich nach – nämlich erst nach der Androhung die Seitenscheibe einzuschlagen. Die Polizei nahm den Fahrer fest.

Test ergab Alkoholwert von über einer Promille

Es handelte sich um einen 41-jährigen Mann aus Gütersloh. Seinen Führerschein ist er vorerst los. Er wird sich wegen zahlreicher Vorwürfe verantworten müssen: Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort, missbräuchliches Benutzen einer Rettungsgasse und Fahren unter Alkoholeinfluss. Denn ein Test brachte einen Alkoholwert von mehr als einer Promille zu tage. Der Mann wurde nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wieder freigelassen.

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