Jugendarbeitslosigkeit im Sinkflug: Halbierung bis 2020 „werden wir schaffen“

dzZwischenbilanz

Seit 2013 sinkt die Jugendarbeitslosigkeit im Kreis Unna, bis 2020 soll sie halbiert sein. Das ist das erklärte Ziel. Und es sieht gerade so aus, als würde es tatsächlich erreicht.

Kreis Unna

, 15.12.2018, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn von Jugendarbeitslosigkeit die Rede ist, dann sind damit Menschen unter 25 Jahren gemeint. Auf 1728 Arbeitslose im Kreis Unna traf dies im Jahresdurchschnitt 2013 zu. Als Landrat Michael Makiolla 2014 wiedergewählt wurde, gab er als Ziel aus, die Jugendarbeitslosigkeit bis zum Ende seiner Amtszeit zu halbieren. Seitdem ist einiges passiert, wurden etwa Allianzen mit Kammern, Arbeitsagentur und Jobcenter geschmiedet und Personal im Jobcenter aufgestockt, um schwer vermittelbare Jugendliche intensiver zu betreuen.

Noch 1125 Jugendliche ohne Arbeit

Bezogen auf 2018, weist der Mittelwert „nur noch“ 1125 Jugendliche ohne Arbeit aus. Das ist zwar unter dem Planziel von 1020, stimmt die Beteiligten aber trotzdem zufrieden. Hauptgrund dafür: Durch den Zuzug vieler geflüchteter Menschen, der 2013/14 nicht absehbar war, entwickelten sich die Zahlen zunächst anders als gedacht.

Jugendarbeitslosigkeit im Sinkflug: Halbierung bis 2020 „werden wir schaffen“

Die Grafik zeigt die Entwicklung der Arbeitslosenquote bezogen auf Menschen unter 25 Jahren im Kreis Unna seit Dezember 2017.

Integration von Flüchtlingen gelingt immer besser

Inzwischen werden aber auch die Flüchtlinge mit Bleibeperspektive nach erfolgreichen Sprach- und Integrationskursen immer besser in den Arbeitsmarkt integriert – der anhaltend guten Konjunktur und dem hohen Bedarf an Hilfs- wie Fachkräften sei Dank. Konkret: 122 Arbeitslose mit Fluchthintergrund zählte die Arbeitsagentur im Oktober 2018, 165 waren es im Oktober 2017.

167 arbeitslose Jugendliche weniger als im November 2017

2018 war laut Arbeitsagentur-Chef Thomas Helm deshalb ein besonders erfolgreiches Jahr, weil der in den Vorjahren entstandene Rückstand bei der Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit deutlich reduziert werden konnte. Im „November-Vergleich“ wird der Erfolg deutlich sichtbar: 167 arbeitslose Jugendliche weniger als im November 2017 zählte die Arbeitsagentur im November 2018.

Schulsozialarbeiter für die Berufskollegs

In zwei Jahren dürften es freilich nur noch 864 sein, damit wirklich eine Halbierung erreicht wäre. Doch alle Beteiligten geben sich zuversichtlich. „Die Arbeitslosigkeit geht spürbar zurück, zwar nicht so schnell wie gedacht, aber das Ziel bleibt realistisch“, fasst Landrat Makiolla zusammen. Die Arbeit sei zwar schwieriger geworden, weil das Jobcenter es inzwischen fast nur noch mit Jugendlichen ohne Berufsabschluss zu tun habe, ergänzt Martin Wiggermann. Der SPD-Arbeitsmarkt-Experte und Vorsitzende der Jobcenter-Trägerversammlung sagt aber klar und deutlich: „Wir werden das schaffen.“

„Wir werden das schaffen.“
Martin Wiggermann, Vorsitzender der Trägerversammlung des Jobcenters Kreis Unna

Dass der Kreistag kürzlich die Schaffung von fünf neuen Schulsozialarbeiter-Stellen an den Berufskollegs beschlossen hat, werde dabei sehr helfen. Die neuen Fachkräfte sollen ab dem kommenden Schuljahr dazu beitragen, dass gerade die „schwierigen Fälle“ in kleinen Förderklassen bestmöglich betreut werden, um eine berufliche Perspektive zu bekommen. „Wenn wir 50 Prozent dieser jungen Menschen in Arbeit kriegen, rechnet sich auch die Investition“, so Wiggermann.

Mehr Ausbildungsplätze

Helfen sollen auch die zahlreichen Bündnisse und Programme für mehr Ausbildung in der traditionell ausbildungsschwachen Region Kreis Unna. Immerhin: Die Zahl der Stellen pro Bewerber ist von 0,62 im Jahr 2017 auf 0,78 im Jahr 2018 gestiegen. Ebenfalls leicht gestiegen ist die Zahl der neuen Ausbildungsverhältnisse in Industrie und Handel (von 1490 auf 1543) sowie im Handwerk (von 569 auf 632). Das ist deshalb eine besonders hoffnungsvolle Nachricht, weil Ausbildung quasi die beste Prävention gegen Arbeitslosigkeit ist.

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