Jobcenter-Chef: „Halbierung der Jugendarbeitslosigkeit können wir vergessen“

dzArbeitsmarkt im Kreis Unna

Jugendliche und junge Erwachsene gelten als besonders betroffen von den Auswirkungen der Corona-Krise am Arbeitsmarkt. Ein fast erreichtes Ziel rückt damit in unerreichbare Ferne.

Kreis Unna

, 06.05.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Halbierung der Jugendarbeitslosigkeit bis 2020 war für Landrat Michael Makiolla so etwas wie der Nordstern. Es sah ganz danach aus, als würde sein 2014 zu Beginn seiner letzten Amtszeit ausgerufenes Ziel erreicht: Das galt als so sicher, dass die SPD die Halbierung der Jugendarbeitslosigkeit bereits auf einem Parteitag vor einem Jahr als Errungenschaft für sich beanspruchte.

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Jetzt ist alles anders, der Arbeitsmarkt infolge der Corona-Krise schwer getroffen. Und das Ziel ist auf der Zielgeraden doch noch unerreichbar geworden.

„Egal was passiert, die nächsten zwei, drei Monate werden uns die Zahlen um die Ohren fliegen“, sagt Jobcenter-Chef Uwe Ringelsiep. Er legt sich fest: „Die Halbierung der Jugendarbeitslosigkeit können wir vergessen, das Ziel werden wir bis Jahresende nicht mehr erreichen.“

Jugendliche und junge Erwachsene zählen seiner Einschätzung nach zu den besonders Betroffenen der Corona-Krise. 1142 Arbeitslose unter 25 Jahren wies der Arbeitsmarktreport April für den Kreis Unna aus: Ein Anstieg um 26 Prozent (236) gegenüber dem Vormonat März nach zuletzt durchweg fallender Tendenz.

Die Arbeitslosenquote bei den unter 25-Jährigen schnellte binnen eines Monats um 1,1 auf 5,4 Prozent hoch. Und im Moment sieht es nicht danach aus, als wäre das ein Einmaleffekt. „Der Markt nimmt momentan nichts auf“, so Ringelsiep.

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