„Jahr der Demokratie“ beginnt mit Rede von Auschwitz-Überlebender im Kreistag Unna

dzEsther Bejarano

Das könnte eine Sternstunde der Demokratie werden: Esther Bejarano, Überlebende des KZ Auschwitz, spricht am 17. Januar 2019 im Kreistag Unna. Es ist der Auftakt eines besonderen Jahres.

Kreis Unna

, 13.11.2018, 14:57 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das nächste Jahr wird reich sein an runden Jahrestagen von Ereignissen, die für die Entwicklung der Demokratie in Deutschland von großer Bedeutung gewesen sind. Zum 100. Mal jährt sich 2019 die Gründung der Weimarer Republik mit der ersten freien, gleichen und geheimen Wahl auf deutschem Boden sowie die Einführung des Wahlrechts für Frauen. Außerdem blickt Deutschland auf 70 Jahre Grundgesetz (1949), auf 50 Jahre Regierungserklärung Willy Brandts (1969, „Wir wollen mehr Demokratie wagen“) sowie auf 30 Jahre Fall der Berliner Mauer (1989) zurück. All dies ist Grund genug auch für den Kreis Unna, der Demokratie im nächsten Jahr ein besonderes Augenmerk zu schenken.

93-jährige Zeitzeugin im Kreistag und vor Schülern im ZIB

Den Auftakt macht im Januar der Besuch von Esther Bejarano in Unna. Die 93-Jährige gehört zu den letzten lebenden Zeitzeugen, die das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau überlebt haben. Bejarano, die auch schon Ehrengast im Bundestag gewesen ist, wird am 17. Januar im Rahmen einer Sondersitzung des Kreistages sprechen. Einen Tag zuvor wird die Holocaust-Überlebende bereits eine Veranstaltung mit Schülern besuchen, die voraussichtlich vormittags im Zentrum für Information und Bildung (ZIB) am Lindenplatz stattfinden wird.

Angebote für die Jugend

Weitere konkrete Termine gibt es derzeit nicht – noch nicht. Die Fraktionen im Kreistag einigten sich aber einstimmig darauf, Begegnungen und Veranstaltungen speziell für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene anzubieten. Der Landrat erhielt den Auftrag, ein Konzept „zu Meilensteinen der Demokratieentwicklung im Kreisgebiet“ zu erarbeiten. Einbezogen werden sollen Kitas, Schulen, Jugendheime. Ziel soll es sein, den jungen Menschen „den Stellenwert der Demokratie für unser Gemeinwesen zu verdeutlichen, Demokratie erlebbar zu machen und für die Beteiligung an demokratischen Institutionen zu werben“, heißt es in dem einstimmig beschlossenen Antrag.

Denkbar ist auch eine Art „Jugendparlament“ zum Internationalen Tag der Demokratie am 15. September 2019. „Es wird ein vielfältiges Potpourri geben“, kündigt Kreis-Jugenddezernent Torsten Göpfert schon an, auch wenn die Planungen noch nicht allzu konkret sind. Aber schon zur nächsten Sitzung soll der Landrat im Kreistag ein Konzept sowie einen Kostenplan vorlegen.

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