Im Kreis Unna sind so viele Menschen von Armut bedroht wie in kaum einem anderen Gebiet in NRW

dzArmut

Die Zahl armer Menschen im Kreis Unna ist im vergangenen Jahr gestiegen. Zusammen mit Dortmund und Hamm hat der Kreis Unna die zweithöchste Armutsrisikoquote in NRW.

Kreis Unna

, 13.08.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Kreis Unna gibt es immer mehr Menschen, die als arm gelten und denen damit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Bevölkerung zur Verfügung steht. Aktuelle Zahlen des Landesbetriebs Information und Technik NRW (IT NRW) zeigen, dass der Kreis Unna zusammen mit den Städten Dortmund und Hamm einen unrühmlichen Spitzenplatz in der Armutsstatistik einnimmt.

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Nur in den Städten Bottrop und Gelsenkirchen zusammen mit dem Kreis Recklinghausen ist das Risiko, von Armut betroffen zu sein, größer als in der Region Dortmund, Hamm und dem Kreis Unna. 20,4 Prozent der dortigen Bevölkerung leben in einem Haushalt, dessen Einkommen unter der sogenannten Armutsgefährdungsschwelle liegt; im Kreis Unna und den Städten Dortmund und Hamm sind es 20,3 Prozent.

Kreis Unna, Dortmund und Hamm liegen über dem Landesdurchschnitt

Die Armutsgefährdungsschwelle benennt eine monatliche Einkommensgrenze; wer weniger als diese Summe monatlich zur Verfügung hat, gilt als armutsgefährdet. In Nordrhein-Westfalen lag diese Grenze 2019 bei 1042 Euro für einen Single-Haushalt und bei 2188 Euro für ein Paar mit zwei Kindern unter 14 Jahren.

Mit rund 20 Prozent der Bevölkerung, die als arm gelten, lag die Region Kreis Unna, Dortmund und Hamm 2019 auch über dem des Landesdurchschnitts: 17 Prozent der nordrhein-westfälischen Bevölkerung galten 2019 nach dieser Bewertung als arm. Landesweit am stärksten betroffen sind mit 43,4 Prozent Alleinerziehende, gefolgt von Paaren mit mehr als zwei Kindern (34,2 Prozent). Am wenigsten von Armt bedroht waren 2019 Paare ohne Kinder (8,8 Prozent).

Entwicklung schon vor zehn Jahren absehbar

Schon zehn Jahre zuvor zeigte der Sozialbericht für den Kreis Unna, dass viele Menschen mit wenig Einkommen auskommen müssen. Nach dem Bericht, der 2009 vorgelegt wurde, hatte ein Einwohner im Kreis Unna im Jahr 2006 durchschnittlich 1469 Euro im Monat zur Verfügung. Zum Vergleich: NRW-weit lag das durchschnittliche Monatseinkommen zu diesem Zeitpunkt bei 1592 Euro. Im Jahr 2007 verfügten laut IT NRW 78.000 Einwohner des Kreises Unna über ein monatliches Netto-Einkommen von unter 700 Euro - das entspricht einem Anteil von 18,5 Prozent an der Bevölkerung des Kreises.

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