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Ihre Helden in der Krise

Im Alltag fallen viele von ihnen kaum auf, jetzt sind sie umso wichtiger: Menschen, die nicht ins Homeoffice gehen können – sondern weiter machen, damit das Leben trotz Coronakrise weitergehen kann. Kennen Sie auch einen Helden des Krisenalltags? Schicken Sie uns ein Foto und erzählen Sie uns, wieso dieser Mensch für Sie gerade jetzt wichtig ist - per Mail an kreis@hellwegeranzeiger.de, Stichwort: Helden.
19.03.2020
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Anja Berg (l.) und Stefanie Schradi arbeiten als Erzieherinnen im Kindergarten Ruhrpiraten in Fröndenberg-Dellwig. Normalerweise betreut die Einrichtung 45 Kinder. In diesen Tagen ist es nur noch eines, für drei bis vier weitere Kinder sind die Erzieherinnen auf Abruf einsatzbereit. Vom sonst achtköpfigen Team sind täglich zwei bis drei Erzieherinnen in der Einrichtung. Zu tun gibt es vor allem Büroarbeit, die sonst liegen bleibt. Anja Berg, Sefanie Schradi und ihre Kollegen nutzen die Zeit aber auch, um den Kindergarten zu putzen und zu desinfizieren. Arbeiten, die sonst in den Osterferien anfallen würden, in denen der Kindergarten eine Woche regulär geschlossen hat. Weil so viel Arbeit abseits des normalen Betriebs jetzt schon erledigt werden kann, hat das Team dann vielleicht tatsächlich frei, freuen sich die beiden. Loben wollen sie die Dellwiger Eltern, die alle Entscheidungen rund um das Coronavirus unkompliziert mitgetragen haben.© Dagmar Hornung
Till Duhme aus Fröndenberg-Westick ist 15 Jahre alt, geht in Menden zur Schule und hat wie alle Kinder und Jugendlichen in diesen Tagen frei. Doch er nutzt seine Freizeit vielleicht ein wenig sinnvoller als der Großteil seiner Mitschüler. Er engagiert sich in der Fröndenberger Taschengeldbörse, erledigt keine Jobs für ältere Leute und verdient sich so ein wenig dazu. In Zeiten von Corona sind einige Menschen froh, wenn zum Beispiel jemand die Einkäufe für sie erledigt. Am Mittwoch hat der 15-Jährige erstmals einen solchen Einkauf für eine Fröndenbergerin erledigt. Wer auch immer in diesen Tagen Hilfe braucht: Till Duhme steigt auf sein E-Bike und kommt vorbei. © Dagmar Hornung
Leyla Duman (links) und ihre Schwester Dilan Lößner haben die frischen Lebensmittelvorräte ihres Restaurants „Flammes“ in Unna gespendet – in Form von Flammenkuchen an die Übernachtungsstelle für Obdachlose in Unna. Sie rufen auch alle anderen Gastronomen dazu auf, es ihnen gleich zu tun.© Anna Gemünd
Helga Maywald ist Apothekerin und Chefvertretung in der Kamener Rathausapotheke: „Wir müssen im Moment viel organisieren, um das Ansteckungsrisko für uns wie auch für unsere Kunden zu minimieren. Bekanntlich sind manche Produkte wie Desinfektionsmittel und Atemschutze derzeit knapp. Wir sind aber froh, die Menschen mit dem Wichtigsten versorgen zu können.“ © Stefan Milk
Halil Acar ist Angestellter bei Rewe Littau in Bergkamen und sorgt unter anderem dafür, dass in der Obst- und Gemüseabteilung die Angebotstische aufgefüllt werden. „Im Moment haben wir viel zu tun, die Menschen kaufen mehr ein als sonst. Kartoffeln werden viel gekauft - und Ingwer. Wir sorgen jedenfalls dafür, dass immer alles da ist.“ © Stefan Milk
Anja Lipinski ist medizinische Fachangestellte in der hausärztlichen Praxis von Volker Rump am Alten Markt in Kamen: „Ich habe keine Angst, mich anzustecken, aber manchmal ein ungutes Gefühl. Meine Kolleginnen und ich beachten alle Regeln, um die Praxis und damit unsere Patienten nicht zu gefährden. Es wäre schön, wenn die Menschen die Regeln und Vorschriften beachten würden und manchmal etwas besonnener wären.“© Stefan Milk
KFZ- Meister Paul Mandok (Bergkamen): „Im Moment können wir noch alle Kunden zufriedenstellen, wir bekommen die nötigen Ersatzteile noch. Das wird vermutlich nicht dauerhaft so bleiben. Unsere Mitarbeiter, meine Schwester, unser Vater und ich werden jedenfalls alles tun, um auch in der Corona-Krise die Mobilität unser Kundinnen und Kunden sicherzustellen.“ © Stefan Milk
Anna Huber war bis vor kurzem Krankenschwester in der Funktionsabteilung des Kamener Hellmigkrankenhauses, im Moment arbeitet sie sich in der Intensivstation ein: "Bisher hatte ich eine halbe Stelle und mein Mann hat Vollzeit gearbeitet. da wir glauben, dass ich auf der Intensivstation in nächster Zeit gebraucht werde, habe ich meine Arbeitszeit auf eine volle Stelle erweitert. Das ging, weil mein Mann seine Arbeitszeit reduzieren konnte und sich nun mehr um unsere beiden Kinder (sieben und vier Jahre alt) kümmern kann. Solange die Corana-Krise anhält, möchte ich helfen. Ich habe keine Angst, vertraue unserem Krankenhaus, dass alles getan wird, um uns zu schützen. Manchmal wäre es schön, wenn die Angehörigen unserer Patienten etwas vernünftiger wären, aber auch das kriegen wir hin." © Stefan Milk
Noah Hübner ist Auszubildender im dritten Lehrjahr als Zweiradmechatroniker bei Rad & Tat in Kamen: " Unsere beiden Geschäfte sind wegen der Corona-Pandemie geschlossen, aber die Werkstatt bleibt unter strengen Hygieneregeln geöffnet. Und da haben wir im Moment richtig viel zu tun. Das Telefon klingelt ständig, offensichtlich haben viele Menschen jetzt mehr Zeit und wollen die auf dem Rad verbringen. Meine Kollegen und ich versuchen alles, damit die Kundinnen und Kunden ihre Räder schnell repariert bekommen."© Stefan Milk
Ivan Mamaev ist Mitarbeiter der Sicherheitsfirma Wolf, die am Eingang des Hellmig-Krankenhauses in Kamen kontrolliert, dass keine Unbefugten in die Klinik gelangen: "Meine Kollegen und ich sind hier rund um die Uhr im Einsatz, um den Menschen zu erklären, wer ins Krankenhaus darf und wer nicht. Natürlich ist es im Moment nicht schön, wenn man selbst Angehörige hier nicht besuchen darf. Die meisten Leute reagieren aber mit Verständnis und sehen ein, dass es zur Sicherheit aller ist. Wenn gebrechliche Patienten zu einer Untersuchung kommen und deren Begleitung nicht mit ins Haus darf, tut einem das schon leid, aber auch diesen Patienten helfen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Klinik weiter."© Stefan Milk
Schlagworte Coronavirus