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Gut für Mutter und Kind: Sport in der Schwangerschaft

Gesund und fit

Wer einen dicken Babybauch vor sich herschiebt, fühlt sich manchmal nicht so recht nach Bewegung. Doch Sport hält nicht nur die werdende Mutter fit, sondern ist auch gut für das Kind.

Kreis Unna

, 09.06.2019 / Lesedauer: 4 min
Gut für Mutter und Kind: Sport in der Schwangerschaft

Früher hieß es oft, dass sich Schwangere schonen und bloß keinen Sport machen sollten. Doch gerade in der Schwangerschaft ist Bewegung wichtig. © Kalim - stock.adobe.com

Der Bauch wird immer dicker und dicker, die Bewegungen anstrengender, und das Baby drückt auf den Beckenboden: Je näher die Geburt rückt, desto schwerer fällt es vielen Schwangeren, körperlich aktiv zu sein. Manche haben auch Angst, dass dem Kind etwas passieren könnte. Doch Sport und Schwangerschaft schließen sich keineswegs aus, betont Meike Hoffmeister, Professorin an der Deutschen Hochschule für Gesundheit und Sport in Unna. Im Gegenteil: Sport sei nicht nur gut für die werdende Mutter, sondern auch für das Kind.

Schwangere sind oft inaktiv

Trotzdem zeigen Studien, dass immer noch relativ wenig werdende Mütter sportlich aktiv sind. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt allen Menschen 150 Minuten moderate körperliche Aktivität pro Woche – auch Schwangeren. Ideal seien drei bis fünf Trainingseinheiten pro Woche à 30 Minuten. Laut einer amerikanischen Studie aus dem Jahr 2010 erfüllen aber nur etwa 15 Prozent der Schwangeren überhaupt das Minimum an der geforderten Bewegung. In Spanien erreichten 2013 nur 20 Prozent diesen Aktivitätslevel. Vergleichbare Zahlen für Deutschland sind nicht zu finden.

Dabei passen Sport und Schwangerschaft super zusammen, betont Hoffmeister. Studien hätten gezeigt, dass sportliche Mütter nicht nur weniger Rücken- und Geburtsschmerzen haben, sondern auch seltener per Kaiserschnitt entbinden und auch seltener an Wochenbettdepressionen leiden. „Auch für das Ungeborene ist es gut, wenn die Mutter Sport treibt“, erklärt die Professorin für Fitness und Gesundheitstraining. „Das Risiko für Adipositas und Diabetes wird reduziert.“

Kontaktsportarten sind tabu

Doch nicht jede Sportart ist für Schwangere geeignet. So sind Kontaktsportarten wie Fußball und Handball problematisch. Auch von Tauchen, Sport in Höhen und Skifahren rät Hoffmeister ab, ganz zu schweigen von Extremsportarten. Laufen, Schwimmen und Radfahren seien hingegen in Ordnung, auch gegen Kraftsport mit moderaten Gewichten sei nichts einzuwenden, so die gelernte Orthopädin und Unfallchirurgin, die auch zwei Jahre in der Gynäkologie tätig war. „Aber das gilt nur für den Fall, dass die Frauen diesen Sport auch schon vor der Schwangerschaft ausgeübt haben“, betont sie.

Gut für Mutter und Kind: Sport in der Schwangerschaft

Ina Schyma (33) hat schon immer Sport gemacht. Während ihrer Schwangerschaft wollte sie nicht darauf verzichten. Und auch vier Monate nach der Entbindung ist sie wieder sportlich aktiv. © Bettina Hesse

So wie Ina Schyma. Die 33-Jährige hat schon immer Sport gemacht und wollte das auch während der Schwangerschaft beibehalten, „um fit zu bleiben und auch nicht so viel zuzunehmen“. Auch der Arzt habe ihr gesagt, dass Bewegung gut sei. So hat die Unnaerin weiterhin im Fitnessstudio trainiert und ist regelmäßig schwimmen gegangen. Aber nur solange es ging. Es habe Phasen während ihrer Schwangerschaft gegeben, in denen sie kürzertreten musste. „Doch für mich wäre es total komisch gewesen, hätte ich von heute auf morgen gar keinen Sport mehr gemacht“, sagt die 33-Jährige, die im Januar einen kleinen Sohn zur Welt gebracht hat.

Mit Sport nicht übertreiben

Hilfe für werdende Eltern

  • Die Zeit vor der Geburt wirft bei den meisten Eltern viele Fragen auf: Wie wird die Geburt sein? Was kann ich während der Schwangerschaft für meinen Körper tun? Wie bereitet man sich am besten auf das Baby vor?
  • Hilfe und Unterstützung gibt es unter anderem von der Elternschule am Katharinen-Hospital in Unna.
  • Neben den klassischen Geburtsvorbereitungskursen bietet sie auch zahlreiche Sportkurse wie Yoga, Fitness oder Wassergymnastik an.
  • Weitere Infos und das genaue Programm finden sich im Internet unter www.elternschule-unna.de.

„Man muss auf seinen Körper hören“, sagt Katja Marsiglia vom Fitnessstudio Mrs. Sporty in Unna, wo auch Schyma trainiert. Sich zu bewegen und fit zu halten, sei in der Schwangerschaft genauso wichtig, wie sonst auch. Weil man es aber nicht übertreiben sollte, sollte das Training in einem Fitnessstudio individuell auf einen angepasst sein. Schwangere sollten beispielsweise auf Übungen für den Bauch und Kniebeugen verzichten, so die 44-Jährige. Rückenübungen seien hingegen gut zur Stabilisierung.

Von Übertreibung hält auch Hoffmeister nicht viel. Sie rät Schwangeren, insbesondere Leistungssportlerinnen, dazu, ihre Ansprüche etwas herunterzuschrauben. Heißt zum Beispiel: Beim Laufen und Radfahren reduziert man das Tempo, beim Krafttraining die Gewichte. Und insbesondere in den ersten drei Monaten sollte man es nicht übertreiben. „Babys sind in dieser Zeit sehr wärmeempfindlich, sodass zu große Anstrengung gefährlich werden könnte“, so Hoffmeister. Die meisten Frauen fühlten sich zu Beginn der Schwangerschaft aber ohnehin nicht so fit, viele hätten mit Übelkeit zu kämpfen, weiß die Mutter zweier Kinder.

Nicht sofort durchstarten

Und auch nach der Schwangerschaft sollte man nicht sofort wieder voll durchstarten, sondern vier bis sechs Monate warten. „Nach einer normalen Entbindung ist der Beckenboden extrem geweitet. Das dauert eine Weile, bis er sich zurückgebildet hat“, erklärt Hoffmeister. Aus diesem Grund sei auch die Rückbildungsgymnastik äußerst wichtig.

Auch Ina Schyma hat nach ihrem Rückbildungskurs wieder mit dem Sport angefangen. Und der Kleine ist immer mit dabei, zwar nicht mehr im aber dafür vor dem Bauch im Tragetuch.

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