Grüne setzen auf Facharztzentren und fordern ein Konzept für den Kreis Unna

dz Ärztemangel

Den Weg von CDU und SPD wollen die Kreisgrünen nicht mitgehen. Statt Geld als Lockmittel für künftige Hausärzte, soll ein Maßnahmen-Konzept angehende Mediziner an den Kreis binden.

von Gabriele Hoffmann

Kreis Unna

, 30.08.2018 / Lesedauer: 2 min

In Medizinstipendien sehen die Kreisgrünen kein wirksames Mittel, um junge Ärzte zur nach dem Studium im Kreis Unna zu halten. Sie berufen sich auf Erfahrungen in anderen Regionen, wo Stipendiaten letztlich lieber in Krankenhäusern arbeiten. Jetzt formulierte die Fraktion einen eigenen Antrag mit der Kernforderung nach einem Konzept zur Vermeidung eines drohenden Hausärztemangels.

Studenten und ältere Mediziner zusammenbringen

Nach Vorstellung der Bündnisgrünen sollen bestehende Netzwerke wie das Ärztenetzwerk ,,Gesundheitsnetz Unna“ beteiligt werden, um frühen Kontakt zu Studenten und Studentinnen aufzunehmen. Sie sollen mit vor dem Ausscheiden stehenden Hausärzten zusammengebracht werden. Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft sollte bei der Grundstückssuche oder Gründung von Facharzt-Zentren helfen.

Das Bündnis für Familie und der Fachbereich Familie und Jugend sollten nach Ansicht der Grünen ebenfalls an den Bemühungen um den Hausarztnachwuchs beteiligt werden. Diese Institutionen können zum Beispiel bei der Vermittlung von Angeboten zur Kinderbetreuung und Vereinbarkeit von Familie und Beruf beratend tätig werden.

Gutes Einkommen allein reicht nicht

Fraktionsvorsitzender Herbert Goldmann beruft sich auf eine bundesweite Befragung von Medizinstudenten, die unter anderem ergeben hat, dass ein gutes Einkommen allein nicht ausreichend sei, um junge Ärzte für ländliche Regionen zu gewinnen. Kinderbetreuung, Schule, Einkaufsmöglichkeiten, Freizeit- und Kulturangebote seien ebenso wichtig.

FDP fordert Unterstützung bei Praxisübernahmen

Der Antrag der grünen Kreistagsfraktion steht auf der Tagesordnung für den Ausschuss für Gesundheit und Verbraucherschutz (GuV) am 11. September. In dieser Sitzung wird auch erneut über den SPD/CDU-Antrag zu Medizinstipendien und Einzelheiten zur Umsetzung beraten. Die FDP hat für diese Sitzung ebenfalls einen Antrag vorgelegt, mit dem sie ein Konzept zu Finanzierungshilfen und Unterstützung von Ärzten bei der Praxisübernahme einfordert.

Kreisausschuss (8. Oktober) und Kreistag (9. Oktober) müssen letztlich die Entscheidung treffen, die der Kreis Unna künftig junge Mediziner umwerben will.

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