Überraschung: Ein Verein und ein Einzelkämpfer wollen in den Kreistag – und die AfD

dzKommunalwahl 2020

Zwölf Wahlvorschläge sind bis Fristablauf beim Kreis Unna eingegangen. Im Bewerberfeld für den Kreistag tummeln sich neben den bekannten Parteien wie SPD und CDU gleich mehrere Überraschungen.

Kreis Unna

, 28.07.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Elf Parteien oder Wählergemeinschaften sowie ein Einzelbewerber haben bis zum Ablauf der Bewerbungsfrist am Montag, 27. Juli, um 18 Uhr ihre Unterlagen beim Kreiswahlleiter eingereicht. Das berichtete Kreissprecherin Constanze Rauert am Dienstag auf Anfrage.

Acht Parteien und Wählergemeinschaften gehören bereits dem jetzigen Kreistag an und wollen auch zukünftig in der Volksvertretung des 400.000 Einwohner starken Kreises mitarbeiten: SPD, CDU, Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke, FDP, GfL (Gemeinsam für Lünen), UWG (Unabhängige Wählergemeinschaft Selm) und die Freien Wähler.

Helmut Rosenkranz aus Lünen will als Einzelbewerber antreten

Für die GfL im Kreistag saß bisher auch Helmut Rosenkranz, doch er ist nach internen Querelen vor einigen Wochen aus der Wählergemeinschaft ausgetreten. Im Kreistag will er aber bleiben, kandidiert als Einzelbewerber.

Familienpartei und „Wir für Unna“ wollen erstmals in den Kreistag

Erstmals in den Kreistag einziehen will hingegen die Familienpartei (FAMILIE), deren Reserveliste Ralf Piekenbrock anführt. Der Selmer bewirbt sich zudem am 13. September in seiner Heimatstadt um das Bürgermeisteramt.

Ebenfalls neu auf dem Wahlzetteln auftauchen könnte das Kürzel WfU, das für „Wir für Unna“ steht. Bei WfU handelt es sich um einen Verein, der erst im Januar 2020 gegründet wurde. Die Vorsitzende Margarethe Strathoff gehörte für die SPD genauso schon dem Kreistag an wie Ingrid Kroll, die in Unna Bürgermeisterin werden will. Aber nicht nur enttäuschte SPD-Leute gehören dem Wählerbündnis an, sondern mit Christoph Tetzner auch ein ehemaliger „Pirat“ sowie Vertreter von „Unna braucht Eis“, die sich für den Erhalt der Eishalle stark machen.

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AfD reicht auf den letzten Drücker doch noch einen Wahlvorschlag ein

„Kurz vor knapp“, nämlich erst am Montag, hat die AfD einen Wahlvorschlag eingereicht – was nach den parteiinternen Querelen der vergangenen Wochen zumindest eine kleine Überraschung darstellt. Noch am Wochenende hatten Mitglieder des Kreisverbandes verbal scharf gegen den Bezirksvorstand aus Arnsberg geschossen. Dieser hatte die gewählte Reserveliste wegen zu großer Nähe von Kandidaten zu rechtsextremen Parteien wie „Die Rechte“ und NPD als Gefahr für die AfD bezeichnet und kassiert.

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Wahlausschuss entscheidet an diesem Mittwoch, 29. Juli

Über die Zulassung der Wahlvorschläge für den Kreistag entscheidet der Wahlausschuss des Kreises an diesem Mittwoch, 29. Juli. Die Sitzung ist öffentlich und beginnt um 16 Uhr im Kreishaus Unna – natürlich unter Corona-Bedingungen. Besucher müssen unter anderem einen Mund-Nasen-Schutz tragen und ihre Personalien in einer Anwesenheitsliste eintragen.

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