Waschstraße für Einkaufswagen: Praktisch oder überflüssig?

dzCoronavirus

Wer im Rewe in Methler mit dem Einkaufswagen einkauft, muss sich nicht mehr vor dem Anfassen der Griffe ekeln – denn dort gibt es eine Waschstraße für Einkaufswagen. Das sagen die Kunden dazu.

Kreis Unna

, 24.05.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ursula Thiel nimmt sich einen Einkaufswagen vor dem Eingang von Rewe Ahlmann in Methler heraus und peilt dann die Waschstraße gleich daneben an. Sie schiebt ihren Wagen hinein und drückt zwei Sekunden lang den Schalter. Man hört kurz, wie Desinfektionsmittel auf den Wagen gesprüht wird, dann ist es schon wieder vorbei. Dann reinigt sie ihre Hände mit Flüssigkeit aus einem Spender, der gleich an dem Desinfektionsgerät hängt und zieht ihren Wagen wieder heraus.

Auf diese Weise können Kunden in dem Methleraner Supermarkt nun einkaufen gehen, ohne sich davor ekeln zu müssen, die Griffe des Wagens anzufassen. Denn in Corona-Zeiten gibt es vielen ein ungutes Gefühl etwas anzufassen, das kurz zuvor viele andere Menschen berührt haben.

Nicht alle Kunden benutzen die Waschstraße für Einkaufswagen

So geht es auch Ursula Thiel. Sie hat das Gerät, das im näheren Umkreis bislang einzigartig ist, gerade zum ersten Mal ausprobiert und findet, dass das ein gutes Angebot ist. Ganz darauf vertrauen, dass die Griffe nun virenfrei sind, will sie aber trotzdem nicht. „Ich desinfiziere mir nach dem Einkaufen immer die Hände, erst dann nehme ich die Maske ab“. Und das wird sie auch nach diesem Einkauf tun.

Ursula Thiel drückt zwei Sekunden lang auf den Knopf und schon wird der Einkaufswagen mit Desinfektionsmittel besprüht. Danach reinigt sich Thiel die Hände und zieht den Wagen wieder raus. Eine saubere Sache also.

Ursula Thiel drückt zwei Sekunden lang auf den Knopf und schon wird der Einkaufswagen mit Desinfektionsmittel besprüht. Danach reinigt sich Thiel die Hände und zieht den Wagen wieder raus. Eine saubere Sache also. © Claudia Pott

Ähnlich geht es einer anderen, jungen Besucherin. Sie ignoriert das Gerät und begründet das mit: „Ich wasche mir danach die Hände und fasse mir nicht ins Gesicht. Ich sehe darin keine Notwendigkeit.“ Mit dieser Sicht ist sie nicht alleine. Eine andere Frau merkt an, dass der Griff nur auf einer Seite mit Desinfektionsmittel besprüht wurde. Möglicherweise hat sie ihren Wagen aber auch nicht gerade in die Box gestellt.

Unkompliziert und schnell zum sauberen Einkaufswagen

Die meisten Methleraner sind jedoch offenkundig dankbar dafür, dass sie ihren Einkaufswagen vor der Nutzung schnell und unkompliziert reinigen können. Viele nehmen sich wie selbstverständlich einen Wagen, schieben ihn in das Desinfektionsgerät, ziehen den Wagen wieder raus, reinigen sich die Hände und gehen dann einkaufen. Das dauert zwar minimal länger, aber die Methleraner warten geduldig und mit Abstand sobald sich eine Schlange bildet.

Auch Zaher Mussawi hat kurz gewartet und schiebt nun seinen Wagen wie selbstverständlich in die Waschanlage. „Ich finde das Gerät super, die Griffe sind jetzt sauber“, sagt er, während hinter ihm schon der nächste an das Gerät möchte. Der „Desco Cube“ – so der offizielle Name des Gerätes, das auch schon in anderen Städten vor Supermärkten zum Einsatz kommt und ausgiebig getestet wird – kommt gar nicht zur Ruhe.

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