Drei Juristen im Rennen um die Stelle des Kreisdirektors

dzDetails über Bewerber sickern durch

Der Nebel lichtet sich, über die drei Bewerber um die vakante Stelle des Kreisdirektors wird mehr und mehr bekannt. Zumindest einer von ihnen ist sich seiner Sache offenbar so sicher, dass er vorsorglich schon mal seine Mitarbeiter informiert hat.

Kreis Unna

, 17.03.2018, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In etwa vier Wochen stellen sich die Bewerber um die vakante Stelle des Kreisdirektors vor, dann führen Landrat und Kreistagsfraktionen die Bewerbungsgespräche. Bereits jetzt sickern mehr und mehr Details über die Bewerber durch, die bekanntlich allesamt SPD-Mitglieder sind – aber auch Volljuristen.

Insofern wäre dem Wunsch des Landrats genüge getan, die Stelle mit der entsprechenden Expertise zu besetzen. Ein Überblick über das, was bislang bekannt ist.

Stadtbauplaner Mike-Sebastian Janke wird hinter vorgehaltener Hand als aussichtsreichster Kandidat gehandelt – dafür spricht auch, dass er dem Vernehmen nach infolge der Berichterstattung unserer Zeitung am Donnerstag über mögliche Absprachen im Hintergrund vorsorglich schon mal seine engsten Mitarbeiter im Iserlohner Rathaus über einen möglichen Wechsel ins Unnaer Kreishaus informiert hat. In der größten Stadt des Märkischen Kreises fallen seit dem 1. Januar 2014 die Ressorts Planen, Bauen, Umwelt- und Klimaschutz in seine Zuständigkeit, bis dahin war der Mittdreißiger Fraktionsvorsitzender der SPD im Iserlohner Stadtrat. In der Politik war seine Personalie zunächst nicht unumstritten, der damals noch 30 Jahre alte Jurist galt als zu jung und unerfahren für den Job als Beigeordneter. Heute wird seine Arbeit aber durchaus geschätzt. Im Kreis Unna ist Janke bislang weitestgehend unbekannt – wenngleich er gut bekannt sein dürfte mit Landrat Michael Makiolla, sind die beiden doch im Landesvorstand der Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik aktiv. Es heißt, dass die Fraktionen von SPD und CDU im Unnaer Kreistag sich bereits auf ihn als neuen Kreisdirektor geeinigt haben – die Vorsitzenden Brigitte Cziehso und Wilhelm Jasperneite bestreiten das freilich.

Ein Bild vom Abschied: Landrat Michael Makiolla (von links), der ehemalige Kreisdirektor Dr. Thomas Wilk und Dr. Detlef Timpe, der als dienstältester Dezernent der Kreisverwaltung einige Aufgaben Wilks kommissarisch übernommen hat.

Ein Bild vom Abschied: Landrat Michael Makiolla (von links), der ehemalige Kreisdirektor Dr. Thomas Wilk und Dr. Detlef Timpe, der als dienstältester Dezernent der Kreisverwaltung einige Aufgaben Wilks kommissarisch übernommen hat.

Durchaus eindrucksvoll liest sich der Lebenslauf eines Mannes, der schon seines beruflichen Werdegangs wegen von Insidern als besonders qualifiziert eingeschätzt wird. Ein promovierter Jurist, der gegenwärtig als Büroleiter für einen SPD-Oberbürgermeister in Mitteldeutschland arbeitet, zu dessen beruflichen Stationen aber auch Referententätigkeiten in Landesministerien zählen. Mit Ende 40 ist er der älteste der drei Bewerber, die noch im Rennen sind – dafür gilt er aber auch als erfahrenster aller Kandidaten.

Am wenigsten ist bislang über den dritten Kandidaten im Bunde durchgesickert. Auch er soll Volljurist sein, aber noch jung und unerfahren – gerade auch, was seine bisherigen beruflichen Stationen anbelangt. Er kommt aus Ostwestfalen und arbeitet als ständiger Vertreter eines Spitzenbeamten. Formal ist er für die Position des Kreisdirektors qualifiziert – ihm dürften allerdings allenfalls Außenseiterchancen zukommen, wenn die Personalie infolge möglicher Absprachen nicht ohnehin schon unter Dach und Fach ist.

Die Bewerbungsgespräche finden am Nachmittag des 17. April statt – und zwar im Beisein von Landrat und aller Fraktionen, die voraussichtlich durch ihre Vorsitzenden vertreten sind. Am Dienstag, 8. Mai, fällt mit der offiziellen Wahl im Kreistag die Entscheidung über den neuen Kreisdirektor. Bis dahin haben alle Fraktionen und Gruppen Gelegenheit, die Bewerber zu weiteren Gesprächen einzuladen.
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