Dieser Container-Pavillon wird bei einer zweiten Infektionswelle wichtig

dzGesundheitsamt

Es sieht aus wie eine neue Corona-Teststelle, die neben dem Gesundheitsamt in Unna aufgebaut wurde. In die Container ziehen aber Mitarbeiter ein, die Kontaktpersonen von Infizierten ermitteln.

Unna

, 05.06.2020, 16:54 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit Containment und Containern gegen das Coronavirus: Das Kreisgesundheitsamt rüstet auf und kann jetzt als Teil ihrer Containment-Strategie auch einen Container-Pavillon vorweisen.

Containment ist der englische Fachausdruck für die Eindämmung einer Infektionswelle. Und genau diesem Ziel dienen auch die fünf Büro-Container, die seit Mittwoch auf dem Parkplatz zwischen Kreishaus und Gesundheitshaus stehen. In dem provisorischen Pavillon werden zehn Arbeitsplätze für Mitarbeiter des Gesundheitsamts eingerichtet, die Kontaktpersonen von Infizierten nachverfolgen sollen.

Der Aufbau des Behelfsgebäudes wird von Behördensprecher Max Rolke mit der Vorbereitung auf eine mögliche zweite Infektionswelle begründet. Die Mitarbeiter sollen bei Bedarf die Schreibtische, Computer und Telefone in den Containern benutzen – und von dort aus die Kontaktpersonen-Nachverfolgung übernehmen.

Derzeit bewegt sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen auf einem relativ niedrigen Niveau. Am Freitag kam lediglich in Lünen ein neuer Fall hinzu. 676 Menschen haben sich damit seit Beginn der Pandemie mit Sars-CoV-2-angesteckt. 625 sind wieder gesund, 37 gestorben.

Aber sobald die Fallzahlen stark steigen, werden wieder mehr Mitarbeiterinnen damit beschäftigt sein herauszufinden, wen ein Infizierter angesteckt haben könnte.

Pandemie

Kontaktpersonen-Management

Zur Pandemie-Bekämpfung ist es wichtig, einzelne Infektionen so früh wie möglich zu erkennen und die weitere Ausbreitung des Virus dadurch so weit wie möglich zu verhindern. Infektionsketten lassen sich nur unterbrechen, wenn es gelingt, Kontaktpersonen von Infizierten möglichst lückenlos zu identifizieren und in häuslicher Quarantäne unterzubringen. Die Mitarbeiter des Kontaktpersonen-Managements sind mit Betroffenen in Kontakt, um rasch zu handeln, falls eine Kontaktperson selbst Krankheitssymptome entwickelt.

Verstärkung kommt: Die Kreisverwaltung stellt weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu Teams zusammen und schult sie. Idealerweise sind das Leute, die in ihrer Verwaltungslaufbahn schon einmal für das Gesundheitsamt gearbeitet haben und so einen fachlichen Hintergrund mitbringen. Diese Teams sollen im Fall einer zweiten Welle in den Containern arbeiten.

Die zusätzlichen Arbeitsplätzen im Container sind willkommen, weil sich die räumliche Situation entzerrt und an den Arbeitsplätzen in den Verwaltungsgebäuden die zwischenzeitlich eingeführten Sicherheitsabstände eingehalten werden können.

Das Container-Center kostet laut Kreisangaben rund 25.400 Euro. Diese Kosten setzen sich zusammen aus der monatlichen Miete von 1400 Euro bis Jahresende, 13.000 Euro für Auf- und Abbau und einmalig 4000 Euro für den Stromanschluss.

Jetzt lesen

Prinzipiell ließen sich die Behälter-Büros auch zu anderen Zwecken nutzen, etwa als Corona-Teststelle. Konkrete Planungen dazu gebe es aber nicht. Die Kassenärztliche Vereinigung hatte Ende Mai ihre Teststelle in Unna zugunsten von dezentralen Test in Arztpraxen geschlossen. Sollten die Infektionszahlen wieder steigen, könnte ein Comeback einer zentralen Teststelle notwendig werden. Die Teststelle in Lünen hatte am Freitag ihren letzten Öffnungstag.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Coronavirus
„Teilweise steinzeitlich“: Welche Lehren der Kreis Unna aus der Corona-Pandemie zieht