Dennis Urbschat ist mehr als nur die gute Seele im Kamener Krankenhaus

dzHellmig-Krankenhaus

Er sei der Mann für die Laufarbeiten, sagt Dennis Urbschat über sich. Ob Post holen, Betten schieben oder Patienten zu Untersuchungen bringen: Wenn das Telefon klingelt, läuft er los.

Kamen

, 26.11.2018, 16:13 Uhr / Lesedauer: 3 min

s war das Jahr 2011, als Dennis Urbschat im Kamener Hellmig-Krankenhaus ein Jahr Bundesfreiwilligendienst absolvierte. Die Arbeit machte dem gelernten Hilfskoch Spaß, er kam bei den Kollegen gut an – und als sich der „Bufdi“ dem Ende zuneigte, bewarb er sich um eine feste Stelle. Seit 2013 ist Dennis Urbschat nun fest angestellt – und als Patientenbegleiter im Krankenhaus inzwischen so bekannt wie der berühmte bunte Hund. Manchmal kommt es sogar vor, dass er privat auf der Straße angesprochen wird.

„Ich bin eine Servicekraft, kein examinierter Pfleger“, betont Urbschat.

Er kennt jede Ecke

„Es braucht aber mehr als nur Geschäftsführer und Chefärzte, damit ein Krankenhaus funktioniert“, weiß Pressesprecherin Susanne Janecke. Patientenbegleiter wie Dennis zum Beispiel. Wenn Dennis sagt, dass er im Krankenhaus jede Ecke kennt, dann ist das zum Teil sogar wörtlich zu verstehen. Eine Aufgabe des 38-Jährigen ist es nämlich, die Betten von einem Ort zum anderen zu fahren. „Manchmal muss man mehr Schwung holen, um die Kurve nehmen zu können“, erzählt er, „manchmal muss man langsamer machen, weil es echt eng ist.“

Spiel mit den Kräften

Dabei spielt es auch durchaus eine Rolle, ob das Bett leer ist oder ein Patient darin liegt. „Das Bett ist dann um einiges schwerer.“ Doch das Spiel mit den Kräften liegt ihm.

„Es braucht aber mehr als nur Geschäftsführer und Chefärzte, damit ein Krankenhaus funktioniert."
Susanne Janecke, Pressesprecherin Hellmig-Krankenhaus

Während viele Krankenschwester und Pfleger auf einer bestimmten Station Dienst tun, ist Dennis im gesamten Haus unterwegs. Seine Aufträge erhält er per Telefon. Mal muss ein Patient zu einer Untersuchung gefahren werden, mal muss jemand in den OP. Bis in den Vorbereitungsraum wird derjenige dann von Dennis begleitet, der mit so manchen Ängsten dann unmittelbar konfrontiert wird. „Man lässt sich auf die Patienten ein. Man spricht während der Fahrt mit ihnen. Manche Fälle gehen einem näher als andere, aber ich habe keine Schwierigkeiten damit“, sagt er. „Und ich weiß ja nicht, was die Patienten haben. Ich bin nur der Laufbursche.“ Und oft gehe es bei den Gesprächen auch nur um Fußball oder das Wetter.

Weg von „Hartz IV“

Schön sei es in jedem Fall, jeden Tag auf andere Leute zu treffen und neue kennenzulernen. „Das ist besser, als alleine in einer Küche zu stehen“, sagt der 38-Jährige, der nach der Ausbildung zum Beikoch nie eine Anstellung fand und streckenweise von „Hartz IV“ lebte. „Davon bin ich jetzt weg. Und das ist gut so“, sagt Dennis.

Von 8 bis 16.12 Uhr

Seine Arbeitszeiten kennt Dennis genau: montags bis freitags ist er von 8 bis 16.12 Uhr im Einsatz. Die zwölf Minuten kommen zustande, weil es morgens und abends jeweils sechs Minuten fürs Umziehen hat. „Aber ich achte nicht auf diese Zeit“, sagt er. „Wenn meine Hilfe noch gebraucht wird, dann mach ich eben länger.“ Schließlich ist er der Einzige im gesamten Kamener Krankenhaus, der diesen Job ausübt.

Unterstützung erhält Dennis nur durch neue „Bufdis“ oder FSJler, die ein Freiwilliges Soziales Jahr leisten. Hat Dennis einmal Urlaub, übernehmen die Stationen seine Aufgaben selbst – und merken dann, was Dennis im Alltag alles leistet.

Bis zu 15.000 Schritte

Bei seinen „internen Taxifahrten“, wie er sie nennt, kommt er am Tag auf 20 bis 30 Patienten, legt bis zu 15.000 Schritte zurück, wie sein Fitnesstracker ihm zeigt. „Das sind 15 Kilometer“, weiß Dennis, und dennoch geht er regelmäßig ins Fitnessstudio. „Das ständige Schieben und Drücken beim Bettentransport geht auf den Rücken“, erklärt er. „Ich mache deshalb spezielle Übungen, um die Muskeln zu stärken.“ Und um die Kondition zu halten, fährt er gern Fahrrad. 32 Kilometer sind für ihn nichts.

Mit seinem Job als Hilfskraft ist Dennis Urbschat voll und ganz zufrieden, würde ihn gerne bis zur Rente ausüben. „Für eine Ausbildung fühle ich mich einfach zu alt“, sagt der 38-Jährige.

Für das Krankenhaus ist der Kamener ein Glücksfall. „Das Pflegepersonal wird sehr entlastet“, erklärte Susanne Janecke. „Sie brauchen die Stationen nicht zu verlassen und die Patienten sind dennoch gut betreut.“

Unsere Serie

Alltagshelden – ohne sie geht es nicht

In unserer Serie „Alltagshelden“ stellen wir in loser Folge Berufe vor, über die nicht viel gesprochen wird: Berufe, über die man nicht viel weiß, die manche vielleicht gar nicht kennen oder auch Berufe, die einfach unterschätzt werden. Doch gerade über sie lohnt es, zu berichten. Denn die Menschen in diesen Berufen leisten für die Gesellschaft unverzichtbare Arbeiten.

Bei seinen „internen Taxifahrten“, wie er das nennt, kommt er am Tag auf 20 bis 30 Patienten, legt bis zu 15000 Schritte zurück, wie sein Fitnesstracker ihm zeigt. „Das sind 15 Kilometer“, weiß Dennis, und dennoch geht er regelmäßig ins Fitnessstudio. „Das ständige Schieben und Drücken beim Bettentransport geht auf den Rücken“, erklärt er. „Ich mache deshalb spezielle Übungen, um die Muskeln zu stärken.“ Und um die Kondition zu halten, fährt er gern Fahrrad. 32 Kilometer sind für ihn nichts.

Mit seinem Job als Hilfskraft ist Dennis Urbschat voll und ganz zufrieden, würde ihn gerne bis zur Rente ausüben. „Für eine Ausbildung fühle ich mich einfach zu alt“, sagt der 38-Jährige.

Für das Krankenhaus ist der Kamener ein Glücksfall. „Das Pflegepersonal wird sehr entlastet“, erklärte Susanne Janecke. „Sie brauchen die Stationen nicht zu verlassen und die Patienten sind dennoch gut betreut.“

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