Coronavirus verändert alles: Beerdigungen nur noch im kleinsten Kreis

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Gottvertrauen muss vorerst auch ohne Gottesdienste tragen: Die finden vorerst nämlich nicht mehr statt. Selbst für Beerdigungen gibt es Einschränkungen.

Kreis Unna

, 18.03.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nachdem Bundeskanzlerin Angela Merkel am Montag in Berlin einschneidende Maßnahmen verkündet hat, finden nun auch in der evangelischen Kirche keine Gottesdienste mehr statt. In der Vorwoche waren katholische Gottesdienste bereits vereinzelt gestrichen worden, das Erzbistum Paderborn hat am Montag in einer Dienstanweisung an die Geistlichen ebenfalls eine Generalabsage verfügt: „Alle öffentlichen Gottesdienste finden nicht statt.“

Und das ausgerechnet in einer Zeit, in der Gläubige mit ihren Sorgen die Kirchen vielleicht mehr denn je brauchen. Die Verantwortlichen auf evangelischer wie katholischer Seite sind sich dessen bewusst – wissen aber auch um ihre Verantwortung im Kampf gegen die exponentielle Ausbreitung des neuartigen Coronavirus.

Am Wochenende kaum noch Gottesdienstbesucher

Dass die Gläubigen, die größtenteils ja auch zu Risikogruppen zählen, Angst haben, zeigte sich am Wochenende in den Gottesdiensten, wie Dietrich Schneider für den Evangelischen Kirchenkreis berichtet. Die Besucherzahlen lagen teilweise sehr deutlich unter dem normalen Niveau.

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Beide Kirchen suchen deshalb nach Kompromissen und Wegen. Gotteshäuser sollen möglichst geöffnet bleiben, damit Gläubige in dieser so schwierigen Zeit einen Ort für das persönlichen Gebet finden. Die Offene Stadtkirche etwa nennt Schneider als mögliche Option: „Reingehen, eine Kerze anzünden und im Stillen Gedenken.“ Das Kreiskirchenamt sucht derzeit nach Möglichkeiten wie dieser.

Auflagen von Behörden gelten auch für Beerdigungen

Ansonsten gilt für evangelische wie katholische Kirche, dass in der derzeitigen Situation eigentlich nur Beerdigungen ziemlich sicher stattfinden. Das Bestattungsgesetz NRW bestimmt die Fristen: Erdbestattungen oder Einäscherungen müssen binnen zehn Tagen durchgeführt und die Totenasche innerhalb von sechs Wochen beigesetzt werden. Die behördlichen Auflagen zur Verlangsamung der Pandemie verlangen jedoch auch fürs letzte Geleit Vorsichtsmaßnahmen.

Das Erzbistum Paderborn stellt deshalb klar: „Beerdigungen dürfen aktuell ausschließlich im kleinsten Kreis direkt am Grab stattfinden.“ Keine Wortgottesdienste, kein Requiem. Der Evangelische Kirchenkreis macht seinen Gemeinden keine Vorgaben, die Pfarrer vor Ort sollen mit den Hinterbliebenen nach Lösungen suchen. Klar ist aber auch hier: Eine Beerdigung soll auch in Pandemiezeiten in einem würdigen Rahmen stattfinden.

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