Coronavirus: Regeln rufen Ordnungsbehörden auf den Plan

dzKontrollen

Die Allgemeinverfügungen der Städte regeln, was noch erlaubt ist und was nicht. Verstöße gibt es trotzdem. Die werden die Ordnungshüter im Kreis Unna konsequent ahnden.

Unna

, 20.03.2020, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Unnas Stadtsprecher Christoph Ueberfeld kündigte am Donnerstag an, das Ordnungsamt werde weiter sehr genau prüfen, ob die Regeln aus der Allgemeinverfügung der Stadt Unna eingehalten würden. Das bedeutet, dass etwa Geschäfte ihr Öffnungsverbot einhalten müssen. Für Spielplätze und Freizeitanlagen gilt ein Betretungsverbot.

Dem Vernehmen nach hat das Ordnungsamt am Mittwochabend auch eine private Feier in Massen aufgelöst. „Wir sprechen die Menschen natürlich erst freundlich an, setzen die Regeln dann aber auch durch“, erklärte Ueberfeld, ohne sich zum konkreten Fall zu äußern.

Am Mittwoch erreichten auch unsere Redaktion Hinweise, dass noch Geschäfte geöffnet hatten, die das nicht mehr gedurft hätten. Dazu erklärt Ueberfeld, Mitarbeiter des Ordnungsamtes hätten erst nach der Bürgermeister-Runde beim Landrat die Allgemeinverfügung an alle betroffenen Geschäftsinhaber verteilt. Zum Teil wurde das auch am Donnerstag noch getan – auch in den Außenbezirken.

Elke Kappen, Bürgermeisterin der Stadt Kamen, hat bestätigt, dass auch der Ordnungsdienst dort am Donnerstag die Einhaltung der Maßnahmen überprüft hat. Dass dabei auch die Marktschänke und Tedi zwangsgeschlossen worden seien, konnte sie nicht bestätigen. Entsprechende Informationen machten in der Stadt die Runde.

Das Kamener Stadtoberhaupt appelliert an die Bürger, soziale Kontakte zu vermeiden. Zudem schilderte sie eine aus ihrer Sicht besorgniserregende Beobachtung: „Wir stellen vermehrt fest, dass sich Leute durch Anzeigen anbieten für die Kinderbetreuung. Das ist für die Nichtausbreitung des Virus ziemlich kontraproduktiv.“

Bürgermeister Roland Schäfer appelliert an alle Erziehungsberechtigten in Bergkamen, ihre Kinder von den gesperrten Bereichen wie zum Beispiel Spielplätzen, Bolzplätzen oder Schulhöfen fernzuhalten. Diese Bereiche sowie die generelle Einhaltung der städtischen Allgemeinverfügung würden ab sofort in Absprache mit der Polizei – auch an Wochenenden – kontrolliert. Verstöße stellten eine Straftat dar und würden geahndet. Auch im sozialen Miteinander sei der empfohlene Mindestabstand einzuhalten, zum Beispiel bei Parkbänken oder anderen Sitzgelegenheiten.

Vergleichsweise wenig Probleme gab es in der Gemeinde Holzwickede. „Gestern war die Situation in den Geschäften übersichtlich. Viele Gewerbetreibende hatten bereits Maßnahmen ergriffen. Da waren wir positiv überrascht“, berichtete Torsten Doennges, stellvertretender Leiter des Ordnungsamtes, am Donnerstag.

Es wurden Zweier-Teams, jeweils bestehend aus einem Mitarbeiter der Ordnungsbehörde und einem Kontaktbereichsbeamten der Polizei, gebildet. Die Gemeinde werde bis auf Weiteres weiterhin regelmäßig kontrollieren. „Wir hatten bislang keine Probleme beim Durchsetzen der Verfügungen, lediglich an den Spielplätzen mussten wir einige Bürger auf die Situation hinweisen. Das war aber sehr übersichtlich“, so Doennges.

Das Ordnungsamt der Stadt Fröndenberg kooperiert mit den Bezirksbeamten der Polizei. Zwei Restaurants mussten auf die eingeschränkten Öffnungszeiten hingewiesen werden; es kommen viele Nachfragen von Geschäftsleuten. Die Parks waren am Donnerstag schon deutlicher leerer als noch am Mittwoch. „Die Einsicht kommt“, so Ordnungsamtsleiter Christoph Börger. Die gemeinsamen Kontrollen in Parks, auf Spielplätzen sowie in Restaurants und Geschäften sollen auch Freitag und Samstag noch fortgesetzt werden.

Die Polizei greift nur dann in die Kontrollen ein, wenn sie von den Ordnungsämtern um Amtshilfe gebeten wird. „Zunächst ist dies die originäre Aufgabe der Ordnungsbehörden der Kommunen“, erklärte Polizei-Pressesprecher Bernd Pentrop.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Schutzmaßnahme
Coronavirus: Altenheim mobilisiert nach Todesfällen 100 Helfer zum Schutzkittel-Nähen
Hellweger Anzeiger Praxen in Not
Coronavirus: Verunsicherte Patienten wissen nicht, ob sie noch zur Physiotherapie dürfen
Hellweger Anzeiger Coronavirus
Modern, kreativ, flexibel: Wie Kamener Einzelhändler ihre Kunden trotz Coronavirus erreichen