Coronavirus: Neun Infizierte im Kreis Unna und 500 Kontaktpersonen

dzKreisgesundheitsamt

Die Zahl der Corona-Infizierten im Kreis Unna hat sich von sechs auf neun erhöht. Nach Fällen in Unna und Bergkamen nun auch Schwerte betroffen. Für Bergkamener Kita-Kinder und Schüler dauert die Quarantäne an.

Kreis Unna

, 11.03.2020, 19:18 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist noch nicht lange her, seit der erste Coronavirus-Fall im Kreis Unna bekannt wurde. Neun Tage später waren am Mittwoch bereits neun Menschen aus Bergkamen, Unna und Schwerte mit dem neuartigen Virus Sars-CoV-2 infiziert – und die Zahl der Verdachtsfälle hatte sich auf rund 500 mehr als verdoppelt. Drei neue Infizierte kamen am Mittwoch hinzu. Das Kreisgesundheitsamt gab bekannt, dass die Testergebnisse bei je einem Mann und einer Frau aus Bergkamen sowie einem Mann aus Schwerte positiv ausgefallen sind.

Bergkamen ist das Zentrum

Das Zentrum der bestätigten Infektionen bleibt Bergkamen, wo insgesamt sieben Menschen von Covid-19 betroffen sind, während in Schwerte und Unna je ein Mann und einer Frau positiv getestet sind. Zuerst hatten sich ein Bergkamener und seine beiden Kinder an dem neuartigen Virus Sars-CoV-2 angesteckt – vermutlich durch einen Kontakt in Hamburg. Dies wurde am vorigen Samstag bekannt. Am Montag stellte sich dann heraus, dass zwei Bergkamener, ein Mann und eine Frau, aus dem Umfeld der Familie ebenfalls infiziert sind. Dabei soll es sich nach Informationen dieser Zeitung um Nachbarn der Familie handeln, was vom Kreisgesundheitsamt weder bestätigt noch dementiert wurde. Die beiden jüngsten Bergkamener Fälle, die am Mittwoch hinzukamen, sind ein Mann und eine Frau. Diese stehen „im Zusammenhang mit den bereits bekannten Fällen aus Bergkamen“, sagte Kreissprecher Max Rolke, ohne dies näher auszuführen. Der dritte neue Fall des Tages ist in Schwerte zu verorten. „Wir wissen noch nicht, wo sich der Mann angesteckt hat“, so der Kreissprecher.

500 Kontaktpersonen zu betreuen

Ausgehend von den infizierten Menschen versucht das Kreisgesundheitsamt, die Kontaktpersonen zu ermitteln. Waren dies bislang rund 200 Menschen, ist die Zahl nun mit den drei neuen bestätigten Fällen auf rund 500 gewachsen. Von der Intensität des Kontakts hängt ab, ob die Kontaktpersonen in häusliche Quarantäne geschickt werden. Wer sich beispielsweise am selben Ort aufhielt, sei es im Klassenzimmer, am Arbeitsplatz, in der Wohnung oder im erweiterten Familienkreis und mindestens 15 Minuten, zum Beispiel durch ein Gespräch, im unmittelbaren Kontakt stand, muss wahrscheinlich erst einmal zu Hause bleiben.

Noch keine Entwarnung durch Tests

Weiterhin in Quarantäne sind die Kontaktpersonen der infizierten Kinder der Bergkamener Familie. Das sind 43 Kinder und rund zehn Erzieherinnen und Erzieher der evangelischen Kita Arche Noah, 80 Schüler und 20 Lehrer der Friedrich-von-Bodelschwinghschule in Heil sowie 17 Kinder und die Lehrerin der Klasse 3c der Freiherr-von-Ketteler-Schule in Rünthe. Unklar blieb am Mittwoch, wer schon negative Testergebnisse bekommen hatte und somit Entwarnung.

Schulleiterin drückt die Daumen

Die Schulleiterin der Kettelerschule, Heike Prochnow, sagte am Mittwoch, die Betroffenen aus der Klasse 3C würden spätestens bis Freitag mit Testergebnissen rechnen. „Ich habe mit vielen Eltern und der Klassenpflegschaftsvorsitzenden gesprochen und drücke von ganzem Herzen fest die Daumen, dass kein Test positiv ausfällt und wir alle nächste Woche wieder gesund in der Schule begrüßen dürfen.“

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