Coronavirus: Müssen Tierbesitzer sich um ihre Schützlinge sorgen?

dzHaustiere

Das Coronavirus bereitet vielen Menschen große Sorgen. Die drehen sich auch um die Frage, ob Haus- und Nutztiere den Virus in sich tragen können und ob auch hier Abstandsempfehlungen gelten.

Unna

, 20.03.2020, 16:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Zeiten, in den viele Menschen außergewöhnlich viel Zeit Zuhause verbringen, sind auch Zeiten, in denen sie noch mehr Zeit mit ihren Haustieren verbringen. Kuscheleinheiten mit Hund und Katze gehören dann oft dazu. Doch ist das gefährlich? Hier gibt es die Antworten auf wichtige Fragen.

Können auch Tiere den Coronavirus in sich tragen?

Coronaviren gibt es tatsächlich bei verschiedenen Tierarten. Das Friedrich-Loeffler-Institut nennt als Beispiel die bei Katzen auftretende Feline Infektiöse Peritonitis (FIP). Bei Schweinen wird die Epizootische Virusdiarrhoe ebenfalls durch ein Coronavirus ausgelöst. Diese Erreger stellen für den Menschen jedoch keine Gefahr dar. Das Friedrich-Löffler-Institut erklärt, dass sich die Viren klar von SARS-CoV-2 unterscheiden, das aktuell Menschen in aller Welt bedroht.

Können Haustiere das Coronavirus SARS-CoV-2 übertragen?

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft erklärt dazu, dass nach aktuellem Stand der Wissenschaft das Coronavirus nicht von Haustieren auf Menschen übertragen werden kann. Auch das Friedrich-Loeffler-Institut sieht „keine Hinweise darauf, dass Hunde oder Katzen ein Infektionsrisiko für den Menschen darstellen oder eine Rolle bei der Verbreitung von SARS-CoV-2 spielen“.

Bei Katzen wurden schon Coronaviren nachgewiesen. Sie unterscheiden sich aber von SARS-CoV-2.

Bei Katzen wurden schon Coronaviren nachgewiesen. Sie unterscheiden sich aber von SARS-CoV-2.

Können sich Haustiere bei mit Corona infizierten Menschen anstecken?

Laut Friedrich-Loeffler-Institut gibt es keinen wissenschaftlich belegbaren Hinweis auf eine epidemiologisch relevante Infektion von Haustieren durch infizierte Personen. Allerdings sorgte ein Beispiel aus Hong Kong für Aufsehen: Bei einem Hund im Haushalt eines mit SARS-CoV infizierten Menschen wurden geringe Mengen von genetischem Material des Erregers in Abstrichproben aus Nase und Mundhöhle nachgewiesen. Es ist aber unklar, ob es sich um eine aktive Infektion oder eine passive Verunreinigung durch die Virusmengen in der Umgebung handelte.

Stichwort

Friedrich-Loeffler-Institut

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) ist das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit. Es ist angegliedert an das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Benannt ist das Friedrich-Loeffler-Institut nach seinem Gründer. Seinen Hauptsitz hat das Institut in Greifswald. Zu seinen Aufgaben gehört das Erforschen von Infektionskrankheiten bei landwirtschaftlichen Nutztierarten. Aber auch die Molekularbiologie, Virusdiagnostik, Immunologie und Epidemiologie spielen eine große Rolle.

Sollten Tierbesitzer besonders viel Abstand zu ihren Tieren halten?

Der Kontakt gesunder Personen zu Haustieren muss nach den derzeitig verfügbaren Informationen aus Sicht des Friedrich-Loeffler-Instituts nicht eingeschränkt werden. Allerdings sei es als allgemeine Vorsichtsmaßnahme immer ratsam, grundlegende Prinzipien der Hygiene zu beachten, wenn man mit Tieren

in Kontakt kommt (zum Beispiel die Hände gründlich mit Seife waschen).

Was ist, wenn eine Corona-Infektion vorliegt?

Bestätigt infizierte Personen sollten laut Friedrich-Loeffler-Institut den engen Kontakt zu ihren Haustieren vermeiden. Dazu gehört etwa das Abschlecken

des Gesichts durch die Tiere.

Hat sich ein Mensch mit dem Coronavirus infiziert, so sollte er sich von seinem Hund nicht durch das Gesicht lecken lassen.

Hat sich ein Mensch mit dem Coronavirus infiziert, so sollte er sich von seinem Hund nicht durch das Gesicht lecken lassen.

Gibt es besondere Regeln für Tiere in Quarantäne lebender Menschen?

Für Hunde und Katzen werden zunächst keine Maßnahmen wie eine Trennung oder Quarantäne empfohlen. Personen, die sich in Quarantäne befinden, sollten

andere Personen außerhalb ihres Haushaltes um Unterstützung bei der Pflege der Tiere bitten. Diese sollten dann etwa mit dem Hund spazieren gehen.

Sollten Tiere auf das Coronavirus getestet werden?

Tatsächlich schließt das Friedrich-Löffler-Institut das nicht aus. Im Einzelfall und bei

Auftreten von Symptomen bei den Tieren könne eine Beprobung und Testung auf eine SARS-CoV-2 Infektion ratsam sein, um weitere Informationen zu Ansteckungsszenarien zu gewinnen. Der Nachweis beim Tier folgt dem

gleichen Testverfahren wie beim Menschen.

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